Modular gegen Mangel – Schulergänzungsbau in Köln

Die Stadt Köln plant in den kommenden Jahren an zahlreichen Standorten Schulersatzbauten in Form von hochwertigen, modular erstellten Gebäuden zu implementieren. Für acht Gebäude an sechs Standorten ist sehw architektur gemeinsam mit SH Holz & Modulbau als Durchführungspartner mit der Planung beauftragt. Zwei der Schulen sind bereits fertiggestellt, die anderen befinden sich im Bau oder noch im Planungsprozess.

Lageplan

Lageplan

Der Neubau reagiert in Kubatur und Fassadengestaltung auf den Bestandsbaukörper und erweitert die Schule über einen gemeinsamen Hof
Foto: Helin Bereket

Der Neubau reagiert in Kubatur und Fassadengestaltung auf den Bestandsbaukörper und erweitert die Schule über einen gemeinsamen Hof
Foto: Helin Bereket

Die von sehw architektur entworfenen und in modularer Holzbauweise erstellten Schulen für die Stadt Köln stellen eine wegweisende Lösung für den Schulbau dar. Mit ihrem innovativen Ansatz und ihrem Engagement für Nachhaltigkeit haben die Architektinnen und Architekten eine Reihe von Schulgebäuden erdacht, die sowohl ästhetisch ansprechend als auch funktional und wirtschaftlich sind. Diese zeichnen sich darüber hinaus durch ihre bestmögliche Integration in den bestehenden baulichen Kontext aus. Die Gegebenheiten der sehr unterschiedlichen und teils knapp bemessenen Grundstücke wurden hierbei berücksichtigt und die Gebäude so positioniert und gestaltet, dass sie ihren Platz in den bereits bestehenden Schulzentren finden. Für eine gestalterisch ansprechende und robuste Gebäudehülle hat man im Vorfeld unterschiedliche Fassadenmaterialien überprüft und geplant, die dann je nach Standort zum Einsatz kommen – von Holz, Klinker, Putz bis hin zu einer vorgehängten Fassade aus Plat­tenmaterial. Im Fall der bereits fertiggestellten Schulgebäude reagieren diese mit ihren Klinkerfassaden und dunklen, langgestreckten Holz-Alu-Fensterelementen auf die Bebauung der näheren Umgebung.

Helle Klinker und dunkle Fassadenbänder wurden für die Ganztagsschule in Köln Lindweiler als Fassadenmateria­l aus einer Reihe von Möglichkeiten ausgewählt
Foto: Helin Bereket

Helle Klinker und dunkle Fassadenbänder wurden für die Ganztagsschule in Köln Lindweiler als Fassadenmateria­l aus einer Reihe von Möglichkeiten ausgewählt
Foto: Helin Bereket

Die Klassenräume sind hell und eher zurückhaltend gestaltet, sodass in ihnen vielfältige Formen des Lernens möglich sind
Foto: Helin Bereket

Die Klassenräume sind hell und eher zurückhaltend gestaltet, sodass in ihnen vielfältige Formen des Lernens möglich sind
Foto: Helin Bereket

Ganztagsschule Köln Lindweiler

Die Erweiterung der Gemeinschaftsgrundschule in Köln Lindweiler, einer offenen Ganztagsschule, wurde in einer Bauzeit von wenigen Monaten in modularer Holzbauweise errichtet. Nun können an diesem Standort neun Klassen unterrichtet werden. Der kompakte zweigeschossige Baukörper mit einer Fassade aus hellen Klinkern und langgestreckten Holz-Alu-Fensterelementen rea­giert mit ruhiger und klarer Geometrie auf die Bestandsschule. Der Eingang des Erweiterungsbaus orientiert sich zum Bestand und schafft einen gemeinsamen gefassten Vorplatz. Betritt man das verglaste Entree des Erweiterungsbaus, wird man in einer offenen zweigeschossigen Schulhalle empfangen, die auch als repräsentatives Forum für Veranstaltungen der Schule dient. Die großzügige Treppenanlage aus Geh- und Sitzstufen ist gleichermaßen Vertikalerschließung als auch pädagogischer Lernort und setzt mit den grünen Sitzstufen einen frischen Akzent.

Die langen Flure erhalten viel Tageslicht und werden durch Sitznischen gegliedert. Der leuchtende Grünton ist ein durchgängiges Gestaltungselement im Innenraum
Foto: Helin Bereket

Die langen Flure erhalten viel Tageslicht und werden durch Sitznischen gegliedert. Der leuchtende Grünton ist ein durchgängiges Gestaltungselement im Innenraum
Foto: Helin Bereket

Die zentrale Treppe ist Erschließungselement und Lernort zugleich. Der Wechsel aus Sitz- und Gehstufen erlaubt eine vielfältige Bespielung
Foto: Helin Bereket

Die zentrale Treppe ist Erschließungselement und Lernort zugleich. Der Wechsel aus Sitz- und Gehstufen erlaubt eine vielfältige Bespielung
Foto: Helin Bereket

Licht und Leichtigkeit

Eine klare horizontale Betonung bestimmt die Fassadengestaltung. Das gilt für die Klinkerfassade mit ihren Fugen genauso wie für die liegenden, langen Fensterelemente. So entsteht trotz des auf die modulare Bauweise zurückgehenden konsequenten Entwurfsrasters eine Leichtigkeit. Die Ausgewogenheit aus Transparenz und Opazität bietet ein optimales Verhältnis von natürlicher Belichtung, sommerlichem Wärmeschutz und solaren Gewinnen. Die Fensterbänder und Pfosten-Riegel-Konstruktionen im Eingangsbereich ermöglichen die Kommunikation von innen und außen, sie schaffen Orte der Begegnung und Gemeinschaft. Um lange monotone Flure zu vermeiden, werden diese durch Rücksprünge im Bereich der Differenzierungsräume aufgeweitet und mit Tageslicht versorgt. Sitznischen finden sich hier im gleichen frischen Grünton wie auf der Haupttreppe. Vor den Klassen entstehen dadurch angenehme Kommunikationsflächen und Orte des informellen Lernens. Die Klassenräume werden zurückhaltend neutral hell gehalten. So ergibt sich eine höchstmögliche Ausnutzung des Tageslichts, aber auch eine ruhige Arbeits- und Lernatmosphäre, die als Leinwand für kreative Entfaltung dient. Diese Schulerweiterung ist im Sinne moderner wissenschaftlicher Erkenntnisse ein dritter Pädagoge. KR

Die zentrale Treppe ist Erschließungs-element und Lernort zugleich. Der Wechsel aus Sitz- und Gehstufen erlaubt eine vielfältige Bespielung
Foto: Helin Bereket

Die zentrale Treppe ist Erschließungs-element und Lernort zugleich. Der Wechsel aus Sitz- und Gehstufen erlaubt eine vielfältige Bespielung
Foto: Helin Bereket

Projektdaten

Architektur: sehw architektur, www.sehw-architektur.de

Bauherr: Gebäudewirtschaft der Stadt Köln

Fertigstellung: 2023

Hersteller: SH Holz & Modulbau GmbH, www.sh-module.de

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