The New Museum wird von OMA erweitert

Im Sommer letzten Jahres gewonnen, nun wird mit dem Abriss eines Bestandgebäudes und der Vorbereitung der Fundamente begonnen. Gemeint ist die Erweiterung des „New Museum“ durch einen Entwurf von Rem Koolhass OMA. Das Museum, das 2007 an der 235 Bowery, New York City, eröffnet wurde, hatte damals SANAA, Tokio, entworfen und realisiert, es gilt als einer der bes-ten Museumsneubauten des jungen Jahrtausends. Das trifft offenbar auch für die Ausstellungskonzeptionen zu. Der Erfolg des Kuratorenteams, das ursprünglich nur ein Büro besaß und Ausstellungen an immer wechselnden Orten zeigte, drängte auf Erweiterung. Es gab einen interna­tionalen Wettbewerb, den 2019 OMA, Rotterdam, für sich entscheiden konnte. Die Museumserweiterung wird der erste öffentliche Bau von OMA in New York City sein. Ob der Anbau, der die Ausstellungsfläche von zurzeit 20 000 m² verdoppeln soll, tatsächlich bereits 2022 eröffnet wird, ist fraglich. Das Museum ist geschlossen, die Corona-Pandemie macht insbesondere dicht besiedelten Städten wie New York große Probleme.

Der Neubau wird die Galerien horizontal erweitern, es wird eine Treppenskulptur hinter der Straßenfassade geben und, ebenfalls in die Gebäudesilhouette integriert, ein paar kleinere Terrassen in der um 45 Grad aus dem Straßenraum gekippten oberen Fassadenhälfte.

Ob die Erweiterung dem Avantgarde-Charakter, den das „New Museum“ von Anfang an hatte – kuratorisch wie architektonisch – gut tun wird? In jedem Fall wird die Erweiterung ein weiterer kleiner, aber wesentlicher Baustein sein, der die Bowery zunehmend in eine hippe Adresse verwandelt, langsam, Stück für Stück. Noch erinnert eine ganze Menge Heruntergekommenes an die einstige Straße der Underdogs, die dann die Künstler angezogen hat und wie immer am Ende, Galerien und das Geld – und metropoletane ­Architektur. Be. K.

www.oma.eu, www.newmuseum.org
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