Raum für Bücher Jacob-und-Wilhelm-Grimm-Zentrum, Berlin 

Das Jacob-und-Wilhelm-Grimm-Zentrum beherbergt die Zentralbibliothek der Berliner Humboldt-Universität und ist die derzeit größte Freihandbibliothek Deutschlands. Um mit seinem Gebäude innen wie außen ein Zeichen für das Buch zu setzen, legte Max Dudler dem Bauwerk eine strenge Maßordnung zugrunde, die Architektur und Möblierung gleichermaßen bestimmt. Abgeleitet aus der kleinsten Einheit – dem Buch – leitet sich eine Regaltiefe von 60 cm ab, die im Wechsel mit der Flurbreite von 90 cm ein Rastermaß von 1,50 m bildet. Nicht nur die innen liegenden Stützen nehmen dies mit Abständen von 3 m bis zu 12 m auf, es zeichnet sich auch im Vertikalschnitt und in den Fassaden ab. So erscheint die Fassade aus Juramarmor wie ein Buchregal, in dem die auf der Basis des Grundrasters variierenden Öffnungen und Fassadenlisenen als Buchrücken gelesen werden können. An der Südseite bildet die hohe Eingangshalle den lichtdurchfluteten Auftakt zum Herzstück des Gebäudes, dem großen in Holz gestalteten Lesesaal mit seinen abgetreppten Leseterrassen, von denen alle 2,5 Mio. Bücher und Medieneinheiten zu erreichen sind. Höhepunkt ist die auf 24 m Höhe befindliche Forschungsbibliothek mit den Beständen der Sammlung der Brüder Grimm.
Das gesamte Gebäude ist geprägt durch eine sachliche Formensprache und die klare symmetrische Ordnung sowie den reduzierten Einsatz von Materialien und Farben.
Bei der Ausstattung der Innenräume spielte die Materialwahl eine besondere Rolle. Holz ist hier das klassische Material, das über die Jahrhunderte die Bibliotheken der Welt geprägt hat. In den Sonderbereichen wie Lesesälen, Lesekabinen sowie die Einbauten der Haupteingangshalle kommt in Wandverkleidungen und Deckenverkleidungen die warme und beruhigende Ausstrahlung von amerikanischem Kirschbaumfurnier – American Cherry – zum Zuge.
Insbesondere die gediegene Atmosphäre des großen zentralen Lesesaals wird vom warmen, rotbraunen Farbton dieser Holzart geprägt, die den Raum gänzlich umhüllt. Der rötliche Ton harmoniert besonders gut mit dem dunklen Grün der Tischoberflächen aus Linoleum – ebenfalls ein naturnahes Material.
 
AHEC Europe
c/o MPR Dr. Muth Public Relations
marina.moje@mprdrmuth.de
www.americanhardwood.org

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