Probebühnenzentrum Deutsches Theater, Berlin

Das Deutsche Theater in Berlin hat sein neues Probebühnenzentrum in Betrieb genommen. Der Neubau – von gmp Architekten von Gerkan, Marg und Partner (Wettbewerb 2010, 1. Preis) – fügt sich als raumbildender Körper in den nördlich anliegenden Hinterhof des Theaters und grenzt haarscharf an das denkmalgeschützte, 1790 von Carl Gotthard Langhans erbaute Anatomische Theater und seine Erweiterungsbauten. Mit seiner reduzierten Formensprache bildet der Neubau einen räumlichen Abschluss für das vielgestaltige historische Ensemble.

Die Reduktion auf ein allerdings durchgestaltetes Volumen lässt kaum ahnen, dass das Gebäude mit 4 426 m² BGF im Inneren neben Werkstätten drei Probebühnen enthält, die den originalen Abmessungen der Bühnen im Haupthaus entsprechen.

Das sich längs hinter dem Theater erstreckende Volumen vermittelt mit seiner ge­staffelten Gebäudetiefe auf dem keilförmigen Grundstück zwischen den orthogonalen Struk­turen des Langhans-Baus und dem Deutschem Theater. Dabei nimmt der im Grundriss etwa L-förmige Baukörper in seiner Höhenentwicklung die Maßstäblichkeit der Umgebung auf und schafft klar definierte Außenräume innerhalb der Hofstruktur. Den hohen Mittelteil aus den übereinander ge­stapelten Bühnen flankieren westlich und östlich zwei Gebäudeteile mit dienenden Räumen.

Die helle Fassade des Probebühnenzentrums ist geprägt von einem Wechsel aus geputzten, geschlossenen Flächen und vertikalen Fenstergewändern. Dabei steht das Ganze optisch auf der hinterlüfteten Sockelfassade aus anthrazitfarbenen, feingewaschenen Betonelementen.

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