Menschen

Eigentlich hat man ihn mehr mit Frankreich als mit seinem Heimatland Spanien verbunden, den Architekten Ricardo Bofill Levi, der 1939 in Barcelona auf die Welt kam, Sohn eines Spaniers und einer Italienerin. Er hat mehr als 1 000 Bauten international realisieren können und arbeitete bis zu seiner Covid- 19-Erkrankung, an welcher er Anfang Dezember 2021 mit 82 Jahren in seiner Geburtsstadt verstarb. Ricardo Bofill begann sein Studium in Barcelona, von wo aus er, wegen Agitierens für die verbotene kommunistische PSUC, nach Genf wechselte. Ihm haben wir viele, teils grenzüberschreitende Projekte auf der ganzen Welt zu verdanken, darunter den Flughafen von Barcelona, den Kongresspalast in Madrid, die Kultsiedlung „La Muralla Roja“ in Calpe/Alicante, Wolkenkratzer in Chicago und ein paar große soziale Wohnkomplexe in Frankreich, deren utopistischer Geist und Gestus bis heute Unverständnis und tiefe Verehrung zugleich evozieren. Der Visionär ist nun nicht mehr, es wird dringend Zeit, sein Werk zurück in den Diskurs und in eine neue Wertschätzung zu holen.

Anfang des Jahres kam die überraschende Meldung: Die Allmann Sattler Wappner Architekten GmbH firmiert seit Dezember 2021 unter dem Namen allmannwappner gmbh. Die Umfirmierung sei die „Konsequenz eines mehrstufigen Prozesses, mit dem eine Neuorganisation des international tätigen Architekturbüros mit Sitz in München einhergeht. Die drei Gründungspartner Prof. Markus Allmann, Prof. Amandus Samsøe Sattler und Prof. Ludwig Wappner haben sich entschieden, die Führungs- und Gesellschafterstruktur nach 30 Jahren der erfolgreichen Büroentwicklung und Zusammenarbeit neu auszurichten – für einen sukzessiven Übergang der Generationen.“ „Ich werde mich zukünftig noch stärker auf die Transformation zur Nachhaltigkeit der Branche konzentrieren“, so Amandus Samsøe Sattler auf unsere Nachfrage, „und hier mein Engagement noch ausweiten.“

Bei der allmannwappner gmbh soll zukünftig das multinationale Team mit über 120 Mitarbeiter­Innen stärker in den Fokus rücken. Ob und wie über eine Ausweitung der Partnerebene diskutiert wird, wurde nicht bekannt. Wir sind gespannt!

Die Schriften des vor 150 Jahren Geborenen hatten die Titel „Zur Frage der Biegung“ (1921), „Der Schubmittelpunkt“ (1924), „Zur Entwicklung der unterzugslosen Decke in der Schweiz und in Amerika“ (1926) oder „Einige neuere Eisenbetonbrücken“ (1936). Die Rede ist von einem Pionier des Betonbrückenbaus, dem Schweizer Ingenieur Robert Maillart. Der erblickte am 6.2.1872 in Bern das Licht der Welt und gab, wie sonst keiner, der Konstruktionssprache des Stahlbetonbaus baukünstlerisch gültigen Ausdruck. Seine auch heute noch bewunderswürdigen Brückenbauten „sind klassische Beispiele für das Fließgleichgewicht zwischen Schönheit und Nutzen in der Bauingenieurkunst“ (Eugen Kurrer).

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