Lebendig

Was ist eigentlich Bauforschung? Und: Hätte sie, wenn man genauer wüsste, was sie ist, eine Daseinsberechtigung? In der vorliegenden, sehr sorgfältig produzierten, bilder­reichen Publikation wird das zum Thema und zugleich zur zentralen These erhoben: Bauforschung sei das gemeinsame Forschungsanliegen von Baugeschichte, Archäologie und Ingenieurwissenschaften zu Fragen historischer Baukonstruktion. Das klingt zunächst einmal hochspannend und ganz vernünftig, was aber machen wir mit Bauaufnahmen historischer Gebäude? Warum zum x-ten Mal dem Partenon auf den Säulen-/Balken-/Friesleib rücken, warum Bauernhäuser auf Materialien, Grundrissorganisation und Nutzungsspuren hin untersuchen? Einmal, weil sich die oben genannten Disziplinen weiter entwickelt haben, insbesondere, was ihr Instrumentarium angeht. Und dann: Sämtliche Untersuchungen zum Gebäudebestand weiten den Blick auf Zukünftiges. So sprechen die hier abgedruckten Beiträge zu Themen von den frühen Hochkulturen bis zur Typenhausfabrikation gegenwärtige Forschungsfragen zu bau- und konstruktionsgeschichtlichen Feldern an. Eine Edition kommentierter Texte lässt die Diskussion lebendig werden, die seit dem 16. Jahrhundert über Methodik, Gegenstand und Zukunft der Bauforschung geführt wird. Projekte aus der Hochschularbeit zeigen exemplarisch Analysen historischer Konstruktionen. Nun denn: Lesen und weiterbauen. Be. K.

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Ausgabe 2010-11

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