Glänzend dargestellt

In Tokyo, so im Vorwort dieses Buches, „wird das Nomen ‚Stadt’ zum Verb“. Treffender wird man es nicht formulieren können, wollte man die ferne und zugleich der Welt anziehendste Metropole beschreiben. Aus der Ferne träumt man von ihr mit gemischten Gefühlen, Anziehung und Widerwillen geben sich dabei die Hand. Avant­garde und Dekadenz treffen in der Stadt aufeinander wie in keiner zweiten, in keiner zweiten überkommt einen so das Gefühl von Geschwindigkeit, steter Veränderung. Das bei Rizzoli 2007 erschienene, hier deutsch übersetzt vorliegende Fotoalbum mit knappen wie wissensdurststillenden Texten, versucht sich an einer Erklärung; und zeigt uns die gewohnt fantastische Architektur, gleiches Design, Mode, die auf westlichen Modells vorgeführt wird, Filmschaffende, Fotografen. Allein die Kunst fehlt. Aber die könnte den Life-Style-Focus verschwenken, von der hier glänzend dargestellten Oberfläche ablenken, unter welcher der Moloch Tokyo noch ganz anders tickt.

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