Erschrecken nicht ausgeschlossen

Beschleunigung aller Orten. Das, was wir wahrnehmen, wird mehr und mehr zur Welt als Klischee. Die Spaziergangswissenschaft hinterfragt die oberflächliche Selektion, das bewusste Gehen durch den Raum wird zum prozessualen Erleben von geschauten Dingen im Zusammenhang. Nicht Landschaft, wie sie ist, wird hier wahrgenommen, sondern Landschaft, wie wir sie sehen. Man könnte das sehende Flanieren und neugierige Abweichen vom Pfad auch auf die Architektur anwenden (im vorliegenden Buch ist der Draußenraum das Objekt der Untersuchung). Dann allerdings käme vielleicht ein unversöhnbares Erschrecken über die Rigiditäten in der gebauten Welt und wir müssten fortlaufen; hinaus in die Landschaft beispielsweise.

Die in diesem Buch versammelten Texte dokumen­tieren verschiedene Projekte der auch Promenadologie genannten Wissenschaft, von welcher man nach der Lektüre den Eindruck hat, dass ihre übergreifende, akademische Anerkennung mehr als überfällig ist und dass sie, konsequent angewandt, zu anderen Lebensumständen führen könnte; nach dem jahrhundertelangen Stillstand in der Entwicklung unserer Ideen vom (Verkehrs)Raum. Be. K.

x

Thematisch passende Artikel:

Ausgabe 01/2009

Besondere Landschaft

Eigentlich ist dieses Buch eine gut gemachte Dokumentation der Arbeiten eines erfolgreichen Landschaftsarchitekturbüros. Das Buch über Projekte des Rotterdamer Büros ist umfangreich, bilderstark,...

mehr
Ausgabe 04/2012

Zeit für ein Buch

Die Zeiten ändern sich, wesentlich auch unsere Wertvorstellungen. Geschichtsbewusstsein schleudert auf den immer schneller sich drehenden, medialen Ereignisplattformen en gros in den Orkus und auf...

mehr
Ausgabe 04/2010

Isch nüd schlächt cho Wie eine dreifach geschützte Landschaft dennoch gestaltet werden könnte

Die Insel Ufenau – jetzt auch wieder mit der ursprünglichen Bezeichnung „Ufnau“ geschrieben – ist ein Kleinod, vielleicht das Kleinod der Schwyzer Landschaft schlechthin. Im Zürichsee gelegen...

mehr
Ausgabe 06/2023

Bodenlose Theorie?

Der Untertitel der Publikation mag erschrecken, denn offenbar geht es der Autorin um Vergemeinschaftung, also Enteignung zugunsten der Gemeinschaft. Doch eigentlich geht es ihr eher darum, wie sich...

mehr
Ausgabe 02/2014

Noch einmal größer

Über Le Corbusier sind bereits so viele Bücher erschienen, dass man mit ihnen bequem eine gar nicht kleine Bibliothek füllen könnte. Gründe dafür sind zum einen der Einfluss des Architekten auf...

mehr