Nachhaltige Lösungen

Preisträger des hochdotierten Zumtobel Group Award stehen fest

Eine internationale Jury hat bei ihrer Sitzung Anfang Februar am mittlerweile schon legendären wie mystifizierten Roden Crater, Arizona/US, die diesjährigen Preisträger für den „Zumtobel Group Award for Sustainability and Humanity in the Built Environment“ ermittelt. Der Roden Crater ist ein, vielleicht das zentrale Projekt des Lichtkünstlers James Turrell, mit welchem Zumtobel schon manches Projekt gemeinsam entwickelte; zuletzt das in Wolfsburg.

Der mit 140 000 € dotierte Preis des österreichischen Lichtkonzerns honoriert nachhaltige Lösungsansätze in Architektur und Ingenieurwesen, die einen richtungweisenden Beitrag für eine lebenswertere Zukunft liefern. In der Kategorie „Gebaute Umwelt“ zeichnete die Jury das brasilianische Architekturbüro „Triptyque“ für ihr ökologisch wie auch architektonisch wegweisendes Büro- und Galeriegebäude „Harmonia 57“ aus. Der Award in der Kategorie „Forschung & Initiative“ ging an das von Mitchell Joachim und Maria Aiolova gegründete gemeinnützige Designbüro „Terreform ONE“ für das Forschungsprojekt „New York City Resource & Mobility“, ein konzeptioneller Masterplan für eine nachhaltige Zukunft der Stadt New York. Die Verleihung des Zumtobel Group Award 2010 findet am Donnerstag, 09. September 2010, im Rahmen einer abendlichen Festveranstaltung in Bregenz statt.

Die zwei Preisträger wurden aus insgesamt 40 Projekten aus aller Welt ausgewählt, die von einer internationalen Expertengruppe vorgeschlagen wurden. Die siebenköpfige unabhängige Jury – darunter vier international renommierte Architekten aus verschiedenen Regionen dieser Welt, ein Ingenieur, eine Vertreterin der Vereinten Nationen sowie der CEO der Zumtobel Gruppe – bestimmten die Preisträger in den beiden Kategorien. Bei ihrer Auswahl legte die Jury ein besonderes Augenmerk auf das Zusammenwirken nachhaltiger Strategien, verbunden mit architektursprachlicher Ästhetik und Qualität der Projekte sowie dem ethischen, sozialen und wirtschaftlichen Mehrwert der Arbeiten.

Kategorie „Gebaute Umwelt“ - Harmonia 57 von Triptyque

Eine intelligente, grüne Fassade, erwachsen aus natürlichem Beton und bewässert über ein an der Außenseite des Gebäudes installierten Sprinklersystem, die einerseits das Regenwasser aufnimmt und andererseits das Raumklima verbessert, ist das zentrale Gestaltungsmerkmal von „Harmonia 57“. Das in seinem nachhaltigen Ansatz wegweisende und facettenreiche Bürogebäude, erbaut nach Entwürfen des französisch-brasilianischen Architekturbüros „Triptyque“, das dank seiner Terrassenflächen auch als offene Galerie genutzt werden kann, befindet sich im Westen von São Paulo, einem von Künstlern und Kreativen geprägten Viertel. „In diesem Gebäude gibt es viele innovative Ansätze. Es ist ein sehr intelligentes Konzept, das mit einfachen Mitteln und wenig Budget auskommt und zeigt, dass umweltschonende Gestaltung auch Spaß machen und zeitgenössischen architektonischen Gestaltungsansprüchen Rechnung tragen kann. Auch für die sehr dicht bebaute Umgebung setzt dieses Gebäude neue Impulse, denn wenn es ganz begrünt ist, wird es nahezu unsichtbar,“ so die Begründung der Jury.

Kategorie „Forschung & Initiative“ - New York Resource & Mobility von Terreform One

Ein visionäres Forschungsprojekt für eine nachhaltige Zukunft von New York City, durchgeführt von dem von Mitchell Joachim and Maria Aiolova gegründeten gemeinnützigen Designkollektiv „Terreform One“ (Open Network Ecology), einer interdisziplinären Forschungsgruppe aus Wissenschaftlern, Künstlern, Architekten und Studenten, wurde von der Jury in der Kategorie „Forschung & Initiative“ ausgezeichnet. Basierend auf einem Szenario von rapidem Bevölkerun ansteigendem Meeresspiegel entwickelt „Terreform ONE“ ein visionäres Modell einer sich selbst versorgenden Stadt der Zukunft. Dabei setzt sich das Team mit Kernthemen wie Infrastruktur, Ressourcen, Energiegewinnung, Wiederverwertung von Abfällen und alten Gebäudestrukturen und neuen Bebauungsordnungen auseinander. Ausschlaggebend für die Jury war die ganzheitliche Herangehensweise: „Diese Arbeit gibt interessante und substantielle Anregungen. Das Forschungsteam hat keine Scheu, in ganz neue Richtungen zu denken und sie bieten in dieser Arbeit visionäre Lösungsansätze an, die die Auseinandersetzung mit diesem Themenfeld stimulieren.“

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