Mittelpunkt der Gemeinde

Umgestaltung der Katechesekirche St. Stephan in Krefeld

Die katholische Pfarrkirche St. Stephan in Krefeld stammt aus der Mitte des 19. Jahrhunderts. Die denkmalgeschützte neogotische Hallenkirche entsprach jedoch mit ihrem erhöhten Altarraum schon lange nicht mehr den liturgischen Gewohnheiten der Gemeindemitglieder. Eine Neudefinition des gesamten Altarraumes wurde notwendig. Nach intensiver Planung entschloss man sich nicht nur dazu, den Altar und die Gläubigen auf eine Ebene zu holen, sondern auch die Aufstellung des bisher nach vorne orientierten Kirchengestühls zu verändern. Die Idee einer Katechesekirche wurde formuliert, abgeleitet aus dem griechischen Wortfeld für Unterweisung. Der neu geschaffene Raum sollte das Wort Gottes in seiner unmittelbaren Form erfahrbar machen.

Architektonisch wurde die inhaltliche Reduktion auf das Wesentliche durch eine minimalisierte Formensprache erreicht. Nüchterne Formen dienen der Kontemplation und lenken die Blicke der Gläubigen nicht ab. Eine vertikale Betonscheibe funktioniert als rückwärtige Begrenzung des Raumes und gliedert ihn klar und eindeutig. Auch die einfache Beleuchtung und das Material Sichtbeton unterstützen die Zurückführung auf den Ursprung. Mit einer eigenen Formensprache, gradlinig und scharfkantig, und in Funktion und Symbolik klar gegliedert, bildet der neue Altarraum einen harmonischen Kontrapunkt zu den massigen, neogotischen Sandsteinsäulen der Kirchenhalle. Alte und neue Materialien wie Eichenholz und Beton bilden eine überraschend stimmige Einheit.Mit der Neugestaltung schuf der Architekt Alexander Littgen einen unikalen Kirchenraum, dessen formale Klarheit sich direkt auf den Betrachter überträgt.

Internet: www.littgen-architekt.de

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