HENN + C.F. Møller Architects gewinnen am Uniklinikum Aachen

Der aktuell entschiedene Wettbewerb sah die Planung eines zentralen OP Bereichs inklusive Intensivpflegeeinheit „zur Optimierung Verbesserung des Angebotes des Uniklinikums“ vor

Ende März 2017 wurde es bekannt gegeben: Die Arbeitsgemeinschaft HENN + C.F. Møller Architects gewinnt den nicht offenen internationalen Wettbewerb zur Erweiterung des Universitätsklinikums der RWTH Aachen. Die Auslobung zum Wettbewerb mit fünf gesetzten Büros – die Gewinner gehören zu den dazugeladenen weiteren sieben – sah die Planung eines zentralen OP Bereichs vor inklusive Intensivpflegeeinheit „zur Optimierung der internen Abläufe und Verbesserung des Angebotes des Uniklinikums.“

Das Ergebnis: ein zentraler OP-Bereich mit 31 einzelnen Operationssälen, ein ambulanter OP mit vier weiteren Operationssälen, drei Intensivpflegeeinheiten mit insgesamt 50 Betten, Räume für die Klinik für Anästhesiologie, die Bettenaufbereitung sowie der neue zentrale Haupteingang mit Patientenaufnahme und Serviceeinrichtungen. Die BGF der Erweiterung beträgt ca. 35.000 m², die Nutzfläche rund 13.500 m².

Das Klinikum, entstanden in den technikgläubigen 1970er Jahren nach den Plänen der Aachener Architekten Weber, Brand & Partner (mit Benno Schachner) und heute ein Beispiel für die damals realisierte internationale Hightech-Architektur, war in den gut dreißig Jahren ihres Bestehens gerade wegen ihrer Technizität und Monumentalität immer wieder in die Kritik geraten. Das 257 m lange, 134 m breite und von 24 markanten Treppenhausschächten mit 54 m Höhe vertikal erschlossene Hauptgebäude steht seit 2008 unter Denkmalschutz.

HENN + C.F. Møller Architects erweitern in ihrem Entwurf den Krankenhauskomplex um den geforderten zentralen Operationsbereich, eine Intensivstation und einen neuen Eingangsbereich. Große Teile des Gebäudevolumens sind, so ist der Pressemeldung der Arbeitsgemeinschaft aus München/Kopenhagen zu entnehmen, unter die Erde geschoben, um so den Blick freizugeben auf das denkmalgeschützte Gebäude. Die aufgelockerte Grünlandschaft breitet sich wie ein Teppich über das Gebäude und integriert es somit in die bestehende Parklandschaft, die gleichermaßen der Öffentlichkeit, den Patienten und dem Klinikpersonal Raum für Entspannung bietet. Das geduckte Gebäudevolumen erhebt sich gleich einer sanften Welle zu einer großzügigen Geste, dem öffentlichen Eingangsbereich. Von hier orientieren sich Patienten und Angestellte intuitiv, werden geführt durch grüne Ausblicke und einfallendes Tageslicht.

Ungeachtet der Absenkung sind die neuen OP- und intensivmedizinischen Einheiten so gestaltet, dass eine Maximierung der Tageslichtversorgung qualitativ hochwertige Räume für Patienten und Angehörige schafft. Eingesprenkelt in den offenen Bereich des flexiblen und effizienten Layouts des OP-Levels sind eine Reihe von speziell entworfenen Mitarbeiter-Hubs, die bestmögliche Voraussetzungen für Teamwork und teamübergreifendes Arbeiten bieten.

Die Baukosten liegen bei 151 Mio. €, die der Ersteinrichtung bei ca. 30 Mio. €. Zum Baustart wurde nichts bekannt gegeben.

Auf den zweiten Platz wählte die Jury eine Arbeit der Hascher, Jehle Planen und Beraten GmbH aus Berlin. Ebenfalls in die Preisränge kam der Entwurf von der PL Architekten GmbH, Aachen.


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