Capricorn in Hamburg

DBZ+BAUcolleg-Veranstaltung zum Capricorn Haus, Architekten Gatermann + Schossig

Vielleicht war es dem einen oder anderen Zuhörer nicht bewusst, vielleicht nicht einmal dem Architekten, der am vergangenen Abend einen rundum gelungenen Vortrag über „sein Baby“, das Capricorn Haus in Düsseldorf hielt: Der Ort des Vortrags, das Museum für Hamburgische Geschichte hat sein Dasein dem sicherlich immer noch wichtigsten Hamburger Architekten zu verdanken. Gemeint ist Fritz Schumacher, der den außen so unscheinbar imposanten, innen so wunderbarer detaillierten Backsteinbau in den Kriegsjahren 1914ff. begann und 1922 fertigstellte.

Ganz sicher hätte man an vielerlei der Schumacher’schen Architektur anknüpfen können, um von hier aus den Sprung ins 3. Jahrtausend, in den Düsseldorfer Medienhafen zu machen, in welchem seit 2007 das Capricorn aus der Planerwerkstatt Gatermann + Schossig für Diskussionen gut ist, für Führungen und Vorträge ein weites Feld bietet. So kommt es nicht von ungefähr, dass die DBZ mit update:BAU eines ihrer seit 2004 mit zunehmend größerem Erfolg durchgeführten Baucollege diesem Projekt widmete und sicherlich noch widmen wird.

Eingeladen hatten die Partner aus Gütersloh und München den Architekten Elmar Schossig, den Chefingenieur Dr.-Ing. Winfried Heusler der Schüco International KG, Bielefeld, sowie den Marketingleiter Dipl.-Ing. Ralf Joneleit, Trox GmbH, Neukirchen-Vluyn. Gastgeber war die HCU – Hafencity Universität Hamburg, vertreten durch den Dekan des Fachbereichs Architektur, Prof. Klaus Schubert.

Nach einer kurzen Einführung durch den Gastgeber legte Elmar Schossig los, erzählte den Zuhörern die Geschichte einer erfolgreichen Partnerschaft zwischen Architekten und Industrie. Wie es zur Grundrissidee gekommen war, was Flexibilität bedeutet, wie Ästhetik und Ingenieurstechnik zusammengehen können, ohne blaue Flecken zu bekommen, und vor allem, in welchem aktuellen Nutzungszustand das Projekt ist. Denn es wurde neu vermietet, aus der ursprünglichen Mischkalkulation von Einzel-, Mehr- und Kombibürozonen verschwanden die kleinteiligeren Randnutzungen (Einzel-, Zweierbüros), größere Flächen entstanden (dazu auch eine komplett neue, vom Architekten entwickelte Möblierung, die auf Serienfertigung zu warten scheint).

Dr.-Ing. Heusler vertiefte die Architektenausführungen anhand der Darstellung der Fassadenexperimente, erzählte von der anfänglichen Konkurrenzsituation zum Mitbewerber Trox, mit welchem nach vielfachen Gesprächen schließlich eine produktive Zusammenarbeit entstand. An deren Ende schließlich die von allen drei Seiten weiter entwickelte Integralfassade stand, die i-ModulFassade.

Den mit zahlreichen Anekdoten gespickten Vortrag des Fassadenentwicklers aus Bielefeld zu toppen gab sich Ralf Joneleit erst gar nicht die Mühe. Beinahe akkribisch dokumentierte er den langen Weg, den die dezentralen Klimakompakteinheiten aus der Forschungsabteilung in die Fassade schließlich nahmen; wer das nicht gehört hat, der wird nicht einmal ahnen können, was Architekt, Fassadenentwickler und Klimaexperte am Capricorn geleistet haben.

In den den faktenschweren Vorträgen anschließenden Gesprächen im Musuemsfoyer unter feinster Betonkassettendecke wurde manches weiter vertieft, manches auf kommende Projekte hin projiziert. Denn die gibt es auf Architektenseite natürlich, hochtechnische Derivate eines Forschungsprojektes aus Düsseldorf, dessen Leistungsfähigkeit gerade eben in einer Studie nachgewiesen wird. Das Ergebnis soll umwerfend sein, das Neueste aus dem Hauses Schossig aber kommt noch besser! Lassen Sie sich überraschen. Be. K.

Der nächste Symposiumstermin ist der 10. Februar 2009, dann wird an der TU Darmstadt der Leonardo Glass Cube, Bad Driburg, von 3DELUXE vorgestellt. Weitere Infos auf der update:BAU-Seite

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