Schinkels alte Kleider
Zehn Jahre nach der Zusicherung des Bundes, 62 Mio. € für die Wiederherstellung der Schinkelschen Bauakademie in der Mitte Berlins bereitzustellen, soll jetzt endlich alles klar gemacht sein. Im Hin und Her zwischen Rekonstruktion (Fassaden zumindest) und Weiterbauen aus „Respekt für den Vorgängerbau“, was in „eine angemessene Gestaltung“ einzufließen habe, gab es Workshops mit Bürgerinnen und Experten, mit Politik und allen, die etwas zur Zukunft der Bauakademie zu sagen haben. Nun, am 20. Januar 2026, empfahl der Berliner Senat in seinem Bericht an das Abgeordnetenhaus zur Sicherung der Wiederherstellung der historischen Fassaden der Bauakademie (nachdrücklich): 1. Die Orientierung am Schinkel‘schen Original, 2. die Verwendung der spezifischen baukünstlerischen Gliederungselemente und 3. die Verwendung historischer Ziegel. Ziel des Berichts ist es, „sich beim Bund und der Bundesstiftung Bauakademie für eine originalgetreue Wiederherstellung der Fassaden einzusetzen.“ (Pressemitteilung der Senatskanzelei vom 20.01.2026)
Auf der Internetseite der als „Verhinderin“ diffamierten Bundesstiftung Bauakademie ist von diesem Bericht nichts zu lesen. Im Gegenteil steht dort immer noch die „angemessene Gestaltung“ des Gebäudeäußeren, sowie im Thinktank Wettbewerb und Bürgerwerkstätten nachzulesen unter „Ausgangkriterien für das neue Gebäude“: […] 3. Das Äußere (Fassade) und das Innere (Raster) verhalten sich prinzipiell in Übereinstimmung zueinander“, was die jetzt vom Mittelgeber Bund beschlossene Fassadenrekonstruktion mit zeitgenössischem Innenleben eher ausschließt (s. a. den Wiederaufbau des Kommandatenhauses, Unter den Linden 1, dessen Fassadenrekonstruktion von Stuhlemmer & Stuhlemmer, Berlin, technisch vergleichbar der des Schlosses gegenüber ist).
Die Pressemeldung der Kanzlei schließt, dass „an der gemeinsamen Formulierung für die Zielsetzung für den Wettbewerb“ neben Senatsverwaltung, BMWSB und BBR auch die Bundesstiftung Bauakademie beteiligt war. Einstimmigkeit unter ehemalig kontroversen Diskutanten? Wir bleiben dran. Be. K.
