Profitopolis. Eine Ausstellung

Ausstellungsansicht „Profitopolis oder der Zustand der Stadt“
Foto: JF / Werkbundarchiv – Museum der Dinge

Ausstellungsansicht „Profitopolis oder der Zustand der Stadt“
Foto: JF / Werkbundarchiv – Museum der Dinge
Wir hatten darüber vor knapp einem Jahr in der DBZ 10|2023 berichtet: Das Werkbundarchiv Berlin musste raus aus seinem Haus, der Eigentümer hatte den Mietvertrag gekündigt. Die Institution ohne mächtige Fürsprecher räumte und hat seine Situation zum Anlass genommen, in einer ersten Sonderausstellung an neuem Ort die Stadt zum Thema zu machen.

Hervorgehoben werden in der Ausstellung zwei im Kontext des Werkbunds entstandene „Profitopolis“-Ausstellungen aus den 1970er-Jahren. Sie veranschaulichen, dass das Gestalten von Stadt grundsätzlich politisch ist. Sie riefen damals schon zur Bürgerinitiative auf und kritisierten Bodenspekulation ebenso wie die autogerechte Stadt und den rücksichtslosen Umgang mit historischer Bausubstanz und Stadtnatur.

Wie relevant diese Kritik noch heute ist, offenbart der Blick auf den Stadtraum zwischen altem und neuem Museumsstandort: Die Ausstellung unternimmt einen kritischen Streifzug im Stadtgewebe zwischen Kottbusser Tor und Spittelmarkt und verortet Diskurse, Initiativen und künstlerische Positionen zur gegenwärtigen Stadt.

Die Ausstellung findet im Rahmen des 50. Jubiläums des Werkbundarchivs – Museum der Dinge statt. Am 8. November 2024 folgt die Eröffnung der neuen, permanenten Ausstellung zum Deutschen Werkbund und zur Produkt- und Gestaltungskultur des 20. und 21. Jahrhunderts.
Ort: Werkbundarchiv, Leipziger Straße 54, 10117 Berlin, Do–Mo, 12–19 Uhr.

www.museumderdinge.de
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