Miami House, Hamburg

Bestehendes neu gedacht: Mit dem Projekt ­Miami House realisiert das Berliner Architekturbüro ­Kinzo die Transformation eines ehemaligen Hotels in Hamburg-Hammerbrook in ein Apartment­haus. Der Entwurf soll hanseatische Klarheit mit einem Hauch Miami Vice verbinden und übersetzt die Atmosphäre der 1980er-Jahre in ein modernes, gemeinschaftsorientiertes Wohnkonzept.

Anstatt das Bestandsgebäude aus den 1980er-Jahren abzureißen, wurde es 2024 umfassend neugestaltet, so dass es als Apartmenthaus genutzt werden kann. Ursprünglich war lediglich eine kurzfristige Zwischennutzung geplant, doch schon die Komplexität der Planung führte dazu, das Projekt langfristiger anzulegen und damit dauerhaften Mehrwert für das Quartier zu schaffen.

Kinzo griff die ursprüngliche Stimmung des Hauses auf, entwickelte sie jedoch weiter: Pas­tellige Farben, sanfte Blautöne und weiche Formen treten in einen bewussten Kontrast zur sichtbaren Architektur, den Leitungen des Bestands und den Fliesen. Dieses Spannungsfeld aus rauem Untergrund und softer Gestaltung prägt das Erscheinungsbild des Miami House.

Die Apartments sind funktional auf das Leben einer mobilen Stadtgesellschaft zugeschnitten: kompakte Grundrisse, Pantryküche, eigenes Bad und ein Arbeitsplatz bieten funktionale Rückzugsorte für Geschäftsreisende, Studierende und Neuankömmlinge in der Hansestadt.

Im Mittelpunkt des Entwurfs stehen die Gemeinschaftsbereiche: eine Gastroküche für gemeinsames Kochen, eine Lounge mit Spielekonsole, Billardtisch und großen farbenfrohen Sofas und ein direkt daran angrenzender mit orangener Akustikwand ausgestatteter Gym bilden Orte des Austauschs.

Besonderes Augenmerk lag auf der Inszenierung des Laundryrooms – nicht im Keller versteckt, sondern zentral neben den Gemeinschaftsflächen von Lounge und Bar positioniert. In kräftiges Pink getaucht, vermittelt er das Gefühl, sich in einer Seifenblase zu befinden, und wird so zu einem eigenständigen Erlebnisraum, in dem man während des Waschens bei einem Drink mit Nachbarinnen und Nachbarn ins Gespräch kommen kann, so die Idee.

Das Miami House möchte Räume bieten, die Begegnungen fördern, ohne auf Rückzugsmöglichkeiten zu verzichten. Mit diesem Entwurf reagiert Kinzo zugleich auf die Transformation des Stadtteils Hammerbrook vom klassischen Bürostandort hin zu einem lebendigen Quartier. Entstanden ist eine neue Form des Zuhauses auf Zeit. H.T.

www.kinzo-berlin.de­

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