Im Dreieck

Text: Natalie Scholder/ DBZ

Foto: Yannick Reich/ Circular Engineering for Architecture lab (CEA)

Foto: Yannick Reich/ Circular Engineering for Architecture lab (CEA)

An der ETH Zürich hat ein interdisziplinäres Team im Rahmen eines Praxisseminars einen Pavillon allein aus Baumaterialien von auf dem Campus abgerissenen Bauwerken entwickelt. Drei Holzpavillons, die in den späten 1980er-Jahren errichtet worden waren, um der wachsenden Zahl von Studenten und Studentinnen gerecht zu werden, wurden 2022 abgerissen, da ein neues Physik-gebäude entstehen soll. Aufgrund einer hohen Wertschätzung an der ETH für den historischen Wert der Gebäude konnten im Rahmen der Mas-terarbeit von Elias Knecht viele Materialien vor der Entsorgung gerettet werden. Mit Unterstützung von Prof. Momoyo Kaijima, Barbara Buser und Prof. Catherine De Wolf und dem Engagement vieler Studentinnen und Studenten konnten in einer zweiwöchigen Phase viele Materialien für einen neuen Nutzen gesichert und aufbereitet werden. Im April 2023 erarbeiteten elf Architekturstudentinnen und -studenten Entwürfe für einen offenen Lern- und Veranstaltungsort. Im Seminar von Catherine De Wolf ging es darum, digitale Technologien mit den De- und Rekonstruktionsarbeiten in der Praxis zu verbinden. „CircÛbi“ ist der Name des Pavillons, den das Team in nur 10 Tagen errichtete. Das Design ist von den dreieckigen Dachstützen geprägt, die aus den Dachstühlen der abgerissenen Gebäude stammen. Weniger tragfähige Elemente dienen als Plattform und als Rampen zum Betreten der Struktur. Sie wurden durch wiederverwendete Dachplatten verstärkt. Gehalten wird die Struktur von gebrauchten Kletterseilen in verschiedenen Farben. Sie werden mittig zusammengeführt und sind mit einem großen Stein verbunden, der auf der Plattform liegt. Zwei Jahre lang soll der Pavillon für Vorträge und Vorlesungen im Freien genutzt werden. Dann wird sich ein nächstes Seminar der zukünftigen Verwendung der Materia­lien widmen. 

www.arch.ethz.ch

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