Forschungsanstalt, Kiel

Mit vollem Namen heißt die von Staab Architekten entworfene Forschungsanstalt „GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel“. Was einmal zur maritimen Allgemeinbildung der Bevölkerung gehören soll, wird hier grundlegend erforscht und in Kooperation mit der örtlichen Universität vermittelt.

Der Entwurf besteht aus fünf unterschiedlich großen Kuben, die auf einem gemeinsamen Sockel sitzen, und alles zusammen verlängert die Gebäudekanten der bereits flussaufwärts existierenden Geomar-Bestandsbauten. Die gegen­einander verschobenen Kuben bilden Patios aus und ermöglichen immer wieder Ausblicke auf die Förde und die am eigenen Kai direkt am Geomar liegenden Forschungsschiffe.

Wo die Flure aufgeweitet wurden, bietet sich die Gelegenheit für zufällige Begegnungen und den wissenschaftlichen oder privaten Austausch. Unsichtbar unterhalb der Wasserlinie führt eine eigens verlegte, kilometerlange Rohrleitung aus der Ostsee durch die Förde bis ins Geomar. Das in die Labore gepumpte Ostsee-Forschungswasser bleibt somit unkontaminiert durch Hafen und Stadt. Funktional standen beim Neubau gut ausgestattete Labore, reibungslose Abläufe, ausreichend Lager für die Gerätschaften der Expedi­tionsfahrten und geeignete Voraussetzungen für weltweite Konferenzen im Programm. Hinzu kommen eine Vielzahl an speziellen Räumen vom Konferenzraum aus Glas bis hin zum strahlungs­sicheren Labor.

Von den rund 180 von Schörghuber Spezialtüren gelieferten Türen bekamen 78 die Zustimmung im Einzelfall. Neben der aufwendigen technischen Ausstattung war auch die Überbreite vieler Türen ein Grund für diese hohe Zahl an Sonderlösun­gen. Drei Türen haben eine Gesamtbreite von 2 287 mm, eine Tür sogar von 3 410 mm. Einige Türen mussten in zwei Teilen gefertigt und vor Ort zusammengesetzt werden, um Stabilität und Funktionalität zu gewährleisten. Dies war insbesondere bei Türen mit besonderen Anforderungen an die Rauchdichtigkeit notwendig.

Einige Türen im Geomar trennen Räume mit unterschiedlichem Luftdruck voneinander. Diese Türen müssen absolut luftdicht sein, um einen Druckausgleich zu verhindern. Dies wird durch spezielle Dichtungen, verstärkte Türblätter und passgenaue Zargen erreicht. Zusätzlich kommen oft automatische Schließmechanismen und Druckentlastungsysteme zum Einsatz, um den Kräften, die durch den Druckunterschied entstehen, standzuhalten.

Einige Türen sind zudem direkt ohne Abstand ­nebeneinander eingebaut. Die größten Herausforderungen sind dabei Stabilität und Passgenauigkeit. Türen ohne Abstand müssen millimetergenau gefertigt und montiert werden, um Dichtheit und Funktion zu gewährleisten.

Des Weiteren kam eine Schiebetür direkt vor dem Aufzug zum Einsatz. Um allen Anforderungen von Staab Architekten gerecht zu werden, war somit eine enge Abstimmung zwischen Architekt, Verarbeiter und Hersteller sowie technische Präzi­sion gefordert.

Projektdaten

Architektur: Staab Architekten,
www.staab-architekten.com

Fertigstellung: 2023

Hersteller: Schörghuber Spezialtüren KG, www.schoerghuber.de

Produkte: Rauchschutztüren mit Schallschutz Rw = 32 dB 1- und 2-flügelig, teilweise mit Oberblende ohne Zargenquerstück und Lichtausschnitt, Vollspantüren 1- und 2-flügelig, teilweise mit Lichtausschnitt, T30 Brandschutztüren mit Rauch- und Schallschutzfunktion Rw = 32 dB, T30 Brandschutz-/Rauchschutz-Schiebetür mit Holzeckzarge, T90 Brandschutztüren 2-flügelig mit Lichtausschnitt, Schallschutztüren
Rw = 32 dB, Brand-/Rauchschutztüren mit Schallschutz Rw = 37 dB als Stiltüren-Ausführung, Nischentüren, Schleusentüren, Superformat-Türen, Faltstockzargen, Holz-Vorsatzzargen, Holz-Stegzargen

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