Einmal um den Ring – zum Start der IBA Berlin 2034-37
Endlich ist sie da. Die IBA selbst noch nicht, aber die lang erwartete Präsentation des Projekts „Internationale Bauausstellung Berlin 2034-37“. Am 30. Juni wurde sie eröffnet und Bausenator Chris-tian Gaebler (SPD), die Projektbeteiligten und die Kuratorinnen Dr. Harald Bodenschatz und Dr. Cordelia Polinna nannten das IBA-Motto: „Ring frei“. Unter diesem Titel soll der innerstädtische S-Bahn-Ring Berlins, der zugleich Grenze und Infrastruktur ist, „Schwerpunkt, aber nicht ausschließlicher Planungsraum“ (Bodenschatz/Polinna) der Bauausstellung werden. Themen wie „Innenstadt“, „Außenstadt“, „Urbane Schnittstellen“ und „Ausfallstraßen“ stehen im Vordergrund. Diese IBA soll durch Grenzen, Übergangsräume und das Brückenbauen im übertragenen Sinne charakterisiert sein. Es ist also vieles, ja, alles möglich. Das Konzept ist in sich schlüssig, aber eher vom traditionellen Städtebau inspiriert.
Seit 1996 steht eine weitere Bauausstellung in Berlin im Raum. Nach Versuchen einer IBA Radikal Radial (2010), einer IBA Berlin-Brandenburg 2020-2030 (2020) oder einer IBA Klima (2021) haben Senat und Kuratorium letztendlich das Thematische durch das Formale ersetzt, Klarheit über gestalterische Intentionen wurde jedoch kaum vermittelt. Die Planung der Ausstellung übernimmt eine neu gegründete IBA GmbH. Die Finanzierung ist eine Kombination aus öffentlichen Mitteln sowie privaten Investitionen. Es wird also von den beteiligten Planungsbüros und den Investorinnen abhängen, ob sie gute, nachhaltige Ergebnisse erzielen wollen.
Beim Eröffnungsevent wurde erneut deutlich, dass die IBA ein politisches Ereignis ist. So wundert es nicht, dass das Thema unmittelbar vor der Senatswahl am 20. September beschlossen und, wie Eröffnungsredner Dr. Christian von Oppen sagte, „innerhalb kürzester Zeit auf die Beine gestellt“ wurde. Somit ist zwar das Kriterium des politischen Rahmens erfüllt, jedoch nicht des inhaltlichen. Was eine neue Regierung in Berlin daraus machen wird, ist genauso offen wie das Wahlergebnis selbst. Aber vielleicht sind die Erwartungen, die ein solches Event weckt, zu hoch. Grandios war bei der Eröffnung zumindest der Ort: Der Hangar 7 am ehemaligen Flughafen Tempelhof beeindruckt nach wie vor – trotz seiner schwierigen Geschichte. Ob vergleichbares den neuen Architekturen im Jahr 2037 auch gelingen wird, bleibt abzuwarten. Jetzt startet die Experimentierphase, 2030 folgt die Projektphase. Ab 2032 soll gebaut werden. Nun also: Ring frei! AGh
www.berlin.de/sen/bauen/baukultur/iba-34-37
