Zumthor’s Kolumba mit Feuchteproblem

Große dunkle Flecken rund um die ebenfalls großen Fensteröffnungen auf der West- und Südfassade, Ausblühungen auf den Innenwänden der Turmräume: Schnell ist der Schaden sichtbar, den häufiger Schlagregen dem Diözesanmuseum Kolumba über die Jahre zugefügt hat. Das heißt, im Augenblick sieht man auf der Westfassade außer den Fenstern nichts, sie ist eingerüstet und verhängt.

Nach neun Jahren und zahllosen Archi-tekturpreisen nun das: Die Ziegelfassade nimmt mehr Feuchte auf, als sie abgeben kann. Bestehend aus dem ca. 54 cm langen, 11 cm breiten und nur 4 cm flachen, geklebten „Kolumba“-
Ziegel steht sie vor einem massiven Industrieziegelmauerwerk. Der „Kolumba“-Ziegel ist eine Entwicklung des Architekten Peter Zumthor zusammen mit den Hochschulen Aachen und Köln. Produziert wird er bei Petersen Tegl in Dänemark.

Lange Zeit war Mauerwerksfeuchte schon ein Problem, in den Anfangs­jahren wurde dafür allgemein die Baurestfeuchte verantwortlich gemacht. Die sollte spätestens nach fünf Jahren verschwunden sein. Nun aber Feuchtestau, weil man, so Erzdiözesanbaumeister Martin Struck, bei der Konstruktion die regionalen Wetterbedingungen nicht berücksichtigt habe. Die äußern sich, so Fachleute, in einem hohen Anteil an Schlagregen.

Noch werden von bauphysikalischen Instituten Testreihen erstellt, um hieraus Lösun-gen für eine Sanierung und Reparatur zu entwickeln. Die Sanierungs- und Reparatur-

kosten, darauf verweist das Erzbistum deutlich, werden vom Eigentümer getragen. Man wolle keinerlei Schadensersatzansprüche einklagen. Inwieweit der Architekt in dieser Schadenssache noch beratend zur Seite steht, war nicht zu erfahren. Be. K.
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