Auf dem Goetheplatz in Frankfurt a. M. steht noch bis zum 31. Oktober 2016 ein 30 m langer und 8 m hoher Fachwerk-Pavillon aus Buchenholz. Betrieben wird der sogenannte Zukunftspavillon, den Architekt Ian Shaw geplant hat, von den Veranstaltern des Architektursommers Rhein-Main zusammen mit der Urban Gardening-Initiative Frankfurter Garten. Ein Jahr lang bietet der temporäre Bau Platz für Ausstellungen, Vorträge und Workshops. Als Solitär teilt der Pavillon den länglichen Stadtplatz. Das filigrane Fachwerk aus BauBuche ist in Längsrichtung in vier jeweils 7,50 m breite Felder geteilt. In den mittleren Feldern bilden auf Erdgeschosshöhe große Schiebetüren Zugang zum Gebäude. Auf das Buchenholzfachwerk sind Fassadenplatten aus dem fiberglasartigen Material Scobalit montiert. Die transluzente Gebäudehülle dient nicht nur der Belichtung des Innenraums, sondern unterstreicht auch die Leichtigkeit des gesamten Bauwerks. Steck- und Schraubverbindungen ermöglichen einen leichten Ab- und späteren Wiederaufbau. Der längliche Pavillon bietet in seinem Inneren bei Veranstaltungen mit Bestuhlung Platz für 90 Personen.
Die rings um das Gebäude aufgehängten Pflanzkübel dienen nicht nur dem Urban Gardening, sondern auch der Statik. Da der Pavillon nach einem Jahr Standzeit wieder abgebaut werden soll, durfte er nicht im Boden verankert werden. In Zusammenarbeit mit dem Tragwerksplaner Achim Vogelsberg von Bollinger + Grohmann entwickelte der Architekt daher ein Verankerungsprinzip, das die Last der Pflanzkübel nutzt, um das Gebäude vor dem Abheben zu bewahren.
