Zaha Hadid verklagt Kritiker

Im Emirat Katar soll, so jedenfalls die Entscheidung der FIFA, 2022 die Fußballweltmeisterschaft ausgetragen werden. Die Funktionäre trafen ihre Entscheidung auch auf der Grundlage des Masterplans aus dem Büro Albert Speer. Eines der fünf Stadien, das Al-Wakrah, wird vom Büro Zaha Hadid Architects realisiert, dort, wo zur Zeit noch das halb so große Stadion gleichen Namens steht. Es wird abgerissen.

In einer Kritik des Buches „Why We Build: Power and Desire in Architecture“ von Rowan Moore, die im New York Review of Books im Juni 2014 erschien, richtete deren Autor, Martin Filler, den Finger auch auf Zaha Hadid. Die hatte sich nach einem Bericht im Guardian vom Februar dieses Jahres im Zusammenhang mit den unmenschlichen Arbeitsbedingungen auf den Baustellen im superreichen Katar so geäußert, dass sie diese Sache nicht leicht nehme, die aber allein das Problem der Regierung sei. Es sei, so die Architektin, nicht die Aufgabe des Architekten, sich hierum zu kümmern. Filler hatte nun in seiner Rezension einen Zusammenhang zwischen Hadids Äußerungen und dem Bau des Al-Wakrah hergestellt, wogegen Hadid’s Anwalt eine Verleumdungsklage an einem Gericht in New York eingereicht hat. Darauf hin hat Filler seinen Artikel, der im Augenblick nicht frei zugänglich ist, um eine Note ergänzt. Hier bedauert er, dass er den von Hadid beklagten Zusammenhang hergestellt habe, da dieser offenbar falsch sei: Denn wie die Architektin richtig stellte, haben die Arbeiten zum Zeitpunkt der Artikelveröffentlichung noch gar nicht begonnen.

Was aber wird sein, wenn die Inder und Pakistani zum Bauplatz kommen? „The Insolence of Architecture“ steht über Fillers Rezension, das kann man übersezten mit Anmaßung, Frechheit, vielleicht trifft „indifference“ das Problem genauer?! Be. K.

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