Corona-Zeiten. Krise und Chancen. Statements und Berichte

Wie reagieren wir auf die Krise? Dazu fragten wir bei LIST Architecture Urbanisme nach.

Der Kontakt zu Ido Avisar, aus dem Büro List Architecture-Urbanisme in Paris, kam zustande durch die Recherche zu dem Projekt „Frans Masereel Centrum, Kasterlee/BE“, das wir in dieser Ausgabe veröffentlichen. Er umreißt, wie sich die Arbeitsweise seit Mitte März für sein Büro verändert hat.

Wir arbeiten seit dem 16. März alle von zu Hause aus. Unser Büro besteht aus 8 Architekten und es ist im Moment ziemlich ruhig. Wir können einen Online-Server gemeinsam nutzen und beginnen jeden Morgen mit einem gemeinsamen Skype-Meeting und einem Kaffee. Dann versuchen wir je nach Thema viel per Skype, E-Mail oder Telefon auszutauschen. Glücklicherweise haben wir derzeit kein Projekt im Bau. Ich denke, das macht uns die Sache viel einfacher.
Derzeit scheinen die Dinge mehr oder weniger zu funktionieren, hauptsächlich, weil wir versuchen, unsere Fristen einzuhalten und die aktuellen Phasen für verschiedene Projekte abzuschließen. Was mich ein bisschen mehr besorgt, ist der Umgang mit neuen (Planungs-)Phasen - und meistens solchen, die kollektiven Diskussionen, Interaktionen, Modellbau und die Schaffung eines anregenden Arbeitsumfelds erfordern - dies scheint im Moment das größte Hindernis zu sein.
Wir sind auch besorgt über eines unserer großen Projekte in Flandern, das den Wiederaufbau einer Pflegeeinrichtung für ältere Menschen betrifft, diese sind jetzt extrem verletzlich. Wir hoffen, dass sie dort eine Katastrophe vermeiden können.

Ich denke, wie alle anderen verfolgen wir die Situation Tag für Tag und hoffen, dass dieses Ding einfach verschwindet und sich das Leben wieder normalisiert.

Ido Avissar, LIST Architecture Urbanisme, Paris/FR, 24. März 2020

x

Thematisch passende Artikel:

Ausgabe 2020-05 Kreiskegel mit Holztragwerk

Frans Masereel Centre, Kasterlee/BE

Das Frans Masereel Centre wurde 1972 im flämischen Kasterlee als Arbeitszentrum für KünstlerInnen ins Leben gerufen. Die kleinformatige Struktur besteht aus einem kreisrunden Hauptgebäude, das...

mehr
Ausgabe 2020-05

Bleiben und Begegnen unter einem Dach

DBZ Heftpatnerin Prof. Dr.-Ing. Agnes Weilandt, Bollinger + Grohmann, Frankfurt a. M.

„Ein Dach über dem Kopf“ gehört zu den Grundbedürfnissen eines jeden Menschen. In der aktuell schwierigen Situation rückt dieser fundamentale Anspruch in unserer Gesellschaft wieder stärker in...

mehr
Ausgabe 2019-11 Chancen für Holz – ­Ökoquartier als Potential

Green Office Enjoy, Paris/FR

Green-Office-Enjoy-Luc-Boegly

Baumschlager Eberle Architekten haben zusammen mit dem französisch-italienischen Büro SCAPE 2013 den Wettbewerb für das nordwestliche Grundstück gewonnen, das eine besonders schwierige...

mehr
Ausgabe 2020-05 Corona-Zeiten. Krise und Chancen. Statements und Berichte

Wie reagieren wir auf die Krise? Wir fragten bei Architects not Architecture nach!

Fermin_Portrait-Foto-Irene_Osei-Poku__AnA

Covid-19 und die damit verbundene Gesamtsituation stellt für uns alle eine Chance dar, sich in eine bessere Richtung zu entwickeln. Es ermöglicht uns Zeit zu nehmen zum Nachdenken und Reflektieren...

mehr
Ausgabe 2019-02

Cité judiciaire de Paris, Paris/FR

Renzo Piano hatte schon mal in Paris einen Giganten bauen dürfen, zusammen mit Richard Rogers. Das war das Centre Pompidou, ein bis heute im Architekturdiskurs Maßstäbe setzendes Kulturgebäude,...

mehr