Unerwartet viele Einreichungen
Ergebnis des Fritz-Höger-Preises ein voller Erfolg für alle

„Ein Signal für das architektonische Potential unseres altbewährten Rohstoffes“ soll der Fritz-Höger-Preis Bauen mit Backstein setzen, den das Unternehmen Hagemeister GmbH & Co. KG aus Nottuln unterstützt durch Kopfkunst aus Münster erstmalig auslobte. Aus 322 Einsendungen wurden die Besten in den Kategorien Einfamilienhaus, Geschosswohnungsbau, Büro und Gewerbebau, Freizeit und Sport, öffentliche Bauten, Sanierung und Passivhaus gesucht.

Den ersten Preis (5000 €) der drei insgesamt mit 10 000 € dotierten Geldpreise erhielt das Kölner Büro Königs Architekten für das Pfarrzentrum St. Franziskus in Regensburg. Hier ist der Ziegel mit einer feinen Schlemme überzogen, was erst auf den zweiten Blick den Ziegelbau erkennen lässt. Die minimale, monolithisch wirkende Außenform und das expressive Innere, die besonders klugen Detaillierungen, das ausgeklügelte Lichtspiel und die guten Proportionen unterstützten die Jury-Entscheidung für das Gewinnerprojekt.

Das Büro Claus en Kaan Architecten aus Amsterdam durfte sich über den zweiten Preis (3000 €) freuen. Hier wurde der De Eeckenhof in Enschede für seine expressive, skulpturale, architektonische Ausprägung ausgezeichnet. Lobenswert, so die Jury, sei die Transformation der Amsterdamer Schule in die Gegenwart; das Projekt stelle eine klare städtebauliche Interpretation dar, besitze Eigenständigkeit und Individualität.

Den mit 2000 € dotierten dritten Preis erhielt das Büro Kahlfeldt in Berlin für die Sanierung und die Umnutzung eines im expressionistischen Stil entworfenen Gleichrichterwerkes, das in seinem neuen alten Gewand heute als Wohngebäude genutzt wird.

Der Fritz-Höger-Preis geht auf den gleichnamigen Architekten zurück, der ein prominenter Vertreter des Backsteinexpressionismus war. Der Charme des Traditionellen in Verbindung mit dem „Bauedelstein“ spielte für ihn eine große Rolle. Fritz Höger besuchte die Baugewerbeschule in Hamburg, arbeitete als Zeichner in verschiedenen Büros, bevor er sich selbständig machte und Aufträge mit dem Bau von Einfamilienhäusern entgegen nahm. Er starb am 21. Juni 1949 im Alter von 72 Jahren in Bad Segeberg. Er hinterließ über 400 Bauten, bei deren Architektur er sich einem expressionistischen Stil verpflichtete.

Neben den drei Gesamtsiegern wurden noch die Besten in den fünf oben genannten Kategorien gekürt. Hier gewann das Büro David Chipperfield Architects in der Kategorie „Büro- und Gewerbebauten“ mit seinem Galeriegebäude am Kupfergraben 10 in Berlin; die Abbruchziegel sind schlemmverfugt, so dass sich das Gebäude in die Nachbarbebauung einfügt und zugleich durch seine skulpturale Qualität abhebt. Das Berliner Büro Rapp + Rapp siegte in der Kategorie „Freizeit und Sport“ mit einer Sporthalle in Den Haag, bei der der Backstein klassisch eingesetzt wurde, was den robusten Charakter des Gebäudes unterstützt. Ebenso gewannen die Berliner in der neu eingeführten Kategorie „Städtebau“ mit einem Stadtteilzentrum.

Aufgrund der großen Auswahl (über 107 Bewerbungen) kam es in der Kategorie „Einfamilienhaus/Doppelhaushälften“ zu einem Doppelsieg. Prämiert wurde zum einen ein Einfamilienhaus in Damme (Osnabrück) der Architekten Johannes Götz & Guido Lohmann, Dipl.-Ing. Architekten, Köln, welches sich trotz konsequenter Orientierung an die Nachbarbebauung der 50er Jahre durch seine strenge Symmetrie abhebt. Zum anderen wurde ein Hofhaus am Niederrhein von hillekamp + weber architektenstudios aus Mön-chengladbach ausgezeichnet. Der Solitärbau wurde großzügig realisiert, der Backstein soll hervorheben, dass „Haus und Architektur mit Anstand alt werden können.“

Aus Sicht aller Beteiligten war der erstmals ausgelobte Fritz-Höger-Preis sehr erfolgreich. Schon die große Zahl der Einreichungen wie auch deren durchgehend hohe Qualität lassen vermuten, dass der Youngster unter den wichtigen deutschen Architekturpreisen schon in 2010 zu den großen in diesem Land gezählt werden wird. Dann jedenfalls wird der Fritz-Höger-Preis abermals verliehen, man kann davon ausgehen, mit wesentlich größerem Teilnehmerfeld.

Weitere Informationen auch zu sämtlichen Preisträgern unter www.backstein.de/architekturpreis

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