Sortenreine Betonzerkleinerung

ForscherInnen der Hochschule Koblenz konnten erstmals Betonprüfkörper durch Hochspannungsimpulse sortenrein zerlegen ­– eine Zerteilung in die ursprünglichen Bestandteile des Betons ist durch herkömmliche mechanische Brechmethoden nicht möglich. Bisher wurde das mechanisch gewonnene Bruchmaterial zwar wiederverwendet, selten jedoch im gleichen Stoffkreislauf. Meist wurde es in abgewerteter Form beispielsweise als Unterbau von Straßen eingesetzt. Angesichts der fortwährenden Verknappung der Bestandteile von Beton startete die Hochschule Koblenz kürzlich ein Forschungsprojekt im Hochspannungslabor, um eine möglichst vollständige Trennung von Sand, Steinen und Zementsteinen zu erreichen. Die schnellen Hochspannungsimpulse brechen das Material so auf, dass die mechanische Korngeometrie nicht verändert wird und die Ressourcen offenbar direkt wiederverwendet werden können. Die sortenreine Sortierung erfolgt nach dem Aufbrechen durch Sieben und Waschen. Außerdem ist der Energieverbrauch dieser Methode niedrig: für die quaderförmigen Probekörper mit Kantenlängen von 7 cm und einer Dicke von 2 cm wurden lediglich 3 bis 5 Hochspannungsimpulse mit 70 000 Volt Spannung benötigt. Derzeit ist noch nicht klar, ob mit dieser Methode irgendwann mehrere Tonnen Beton pro Stunde zerkleinert werden können, womit der Prozess industrietauglich wäre. Dennoch sind die ForscherInnen des Hochspannungslabors und der Amtlichen Prüfstelle für nichtmetallische Bau- und Werkstoffe der Hochschule Koblenz, die sich mit ihren Untersuchungen noch ganz am Anfang befinden, optimistisch und sehen großes Potential in dem neuartigen Verfahren.

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