Sir Richard Rogers zum Geburtstag

Dass der Architekt, der so britisch wirkt wie kaum einer, im norditalienischen Florenz das Licht der Welt erblickte – am 23. Juli 1933 – möchte man in der Rückschau beinahe als ein Menetekel betrachten. Nur wenige Kilometer nordwestlich, in Genua, und gut vier Jahre später erblickte ein zweiter großer Architekt das italienische Himmelsblau. Beide gewannen zusammen einen großen internationalen Wettbewerb in Paris für den Neubau des Centre Georges-Pompidou, dessen ganzer Habitus die Ausstellungs-, aber auch Büroarchitektur, bis heute international nachhaltig beeinflusst. Richard Rogers – der in Florenz geborene – war damals gerade 37 Jahre alt, Renzo Piano junge 33.

Mit der „La Raffinerie“ genannten Kulturbaumaschine im Herzen der Hauptstadt starteten beide eine große Architektenkarriere, beide sind bis heute mit großartigen Entwürfen rund um die Welt präsent. So konnte Sir Richard Rogers – der mit einigen anderen britischen Architekten von der Queen in den Adelsstand erhoben wurde – knapp vor seinem 85. Geburtstag den Bau des Three World Trade Centers in Manhattan abschließen. Der Glasturm mit den für das Büro Richard Rogers Partnership – später dann Rogers Stirk Harbour + Partners – so typischen Brückenbauelementen ist mit 329 m das fünfthöchste Gebäude in New York City. Aktuell sieht man das außenliegende Tragsystem auch bei den Luxuswohnbauten „Riverlight“ hinter der Tate Modern in London.

In London gründete Rogers mit Su Brumwell, Norman Foster und Wendy Cheesman 1963 das sogenannte Team 4, bald gingen die Architekten jedoch eigene Wege.

Zu Rogers bekanntesten Bauten gehören ganz sicher das Lloyd‘s Building von 1986 mit seinem gigantischen Atrium, den außenliegenden Fluchttreppenhäusern und Fahrstühlen, das 2011 unter Denkmalschutz gestellt wurde. Oder der spektakulär große Millenium Dome am Ufer der Themse (1999), eine Architektur, die sogar aus dem All zu erkennen ist, für deren Weiternutzung man bis heute noch immer kein schlüssiges Konzept gefunden hat. Terminal 5 am Flughafen Heathrow oder Terminal 4 Barajas in Madrid stehen für das technoide Design des Büros ebenso wie die Wohn- und Büroflächen am Potsdamer Platz, bisher das erste und einzige Projekt Rogers in Deutschland. Glückwünsche an die Themse! Be. K.

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