Serpentine Pavillon, London

Seit dem Start im Jahr 2000 mit Zaha Hadid und mit nur einer Unterbrechung darf in jedem Jahr in Kensington Gardens, London, ein mehr oder weniger (aber meistens doch) bekannter Architekt oder eine Architektin oder ein Team von Architekten einen Pavillon vor der Serpentine Gallery aufbauen. Der Pavillon dient einem speziellen Kunstprogramm im Sommer und natürlich auch dem mittlerweile wohl kaum noch steigerbaren Bekanntheitsgrad der Gallery.

In diesem Jahr wurde als 19. Architekt in dieser Reihe der japanische Architekt Junya Ishigami (geb. 1974) auf den Rasen gebeten – den Herzog & de Meuron vor Jahren schon mal als archäologische Zone interpretierten auf Grund der hier einmal realisierten Vorgängerpavillons. Ishigami ist wegen seiner experimentellen Strukturen bekannt, die traditionelle architektonische Konventionen interpretieren und natürliche Phänomene reflektieren.

Für das Pavillondesign ließ sich Ishigami von Dächern inspirieren. Er ordnete Schieferplatten so an, dass das damit gebildete Dach wie aus dem Boden des Parks herauswächst. Innen ist ein geschlossener, höhlenartiger, meditativer Raum, in welchem – so der Architekt – der Mensch über das Gebaute und seine Verwandtschaft mit bereits in der Natur vorhandenen Strukturen nachsinnen kann. Er wünscht sich, dass trotz aller Schwere des Schieferdachs ein Gefühl aufkommt, dass das bereits schwebende Dach gleichzeitig so leicht erscheint, dass es schon von einer leichten Brise weggeblasen werden könnte und flöge wie ein wogendes Stück Stoff. Der Pavillon wird für das Sommerkulturprogramm vom 20. Juni bis zum 6. Oktober 2019 genutzt. Be. K.

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