Modulbau – die Potenziale besser nutzen

Die Ansprüche an das Planen und Bauen sind hoch und verändern sich ständig: wachsende Anforderungen an Nachhaltigkeit und Energieeffizienz, neue Planungs-und Bauprozesse, Fachkräftemangel, Erweiterungen bei laufendem Betrieb, Termindruck und wirtschaftliche Zwänge verlangen zunehmend nach individuellen, kreativen und dennoch wirtschaftlichen Lösungsansätzen. Ein großes Potential liegt dabei im Modularen Bauen.

Unter vorbildlichen Hygienebedingungen diskutierten am 29. Oktober live und virtuell Experten der Branche beim Jahreskongress Modulares Bauen der Zukunft in Leipzig. Von Architektenseite plädierte Jürgen Bartenschlag von Sauerbruch Hutton Gesellschaft von Architekten mbH in seinem Auftaktvortrag vor allem für mehr Gestaltungsqualität im seriellen Bauen. Nur so könnten eine größere Akzeptanz und neue Potentiale im Modulbau entstehen. Diese Position bekräftigte der Architekt und Sachverständige für Modulbau, Michael Lauer, auch in der den Block abschließenden Podiumsdiskussion.

Gelungene Beispiele gab es ebenfalls zu sehen, sowohl aus dem Büro Sauerbruch Hutton als auch im Vortrag von Olaf Bade, Manger Deutschland beim niederländischen Modulbauer Jan Snel. Unkonventionell und mutig geht man dort vor allem mit der Fassadengestaltung um – begünstigt auch durch die deutlich weniger strengen Bauvorschriften als hierzulande. Diesen Nachteil beklagte auch Günter Jösch, Geschäftsführer Bundesverband Bausysteme e.V. Zu lange und uneinheitliche Genehmigungsverfahren sowie ungünstige Abschreibungsmöglichkeiten verhindern in Deutschland seiner Meinung nach den verstärkten Einsatz modularer Bauweisen und minderten somit deren enormen Vorteil der Bauzeitverkürzung.

Dass Modulbauten keine starren Systeme sind, sondern sich auch von der technischen Seite her stetig weiterentwickeln, machten die Vorträge von Robert Kraft, Projektleiter am Institut für Betonbau an der HTWK Leipzig, sowie von Prof. Dr. Jutta Albus, Lehrstuhlinhaberin Ressourceneffizientes Bauen an der TU Dortmund, deutlich. Sie beide berichteten über aktuelle Forschungsprojekte zum einen zur Verbesserung des Raumklimas zum anderen über neue Systembauweisen aus Hybridbeton.

Zunehmende Digitalisierung und damit verbundene Innovationen im Planungs- und Produk­tionsprozess machten die Vorträge von Frank Talmon l’Armée, Gründer und Vorstand Semodu AG, und Dr. Volkmar Hovestadt, Geschäftsführer digitales bauen GmbH, zum Thema.

Im Abschlussblock zum Thema Qualität und Baukultur schloss sich der Kreis. Mit hohem gestalterischen Niveau, technischen Innovationen und weniger Bürokratie stehen die Chancen gut, den enormen Herausforderungen – gerade auch im Wohnungsbau, wie Manfred Senff, Vertriebsleiter bei der purelivin GmbH, betonte – der nächsten Jahre effizient, zeitnah und qualitätsvoll begegnen zu können. K. R.

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