Mit Erfolgserlebnis

Manche Bücher möchte man einfach lesen. Auch wenn der Inhalt nur quer ins Hirn geht, wenn sich Satzbau und Wortreihung dem leichten Einverleiben widersetzen, wenn man dreimal ansetzen muss, um Subjekt, Objekt, Prädikat in ein sinnvolles Mitein­ander zusetzen. Das vorliegende Buch ist eine solche Dialektik: Das Papier samtig und fest zugleich, der Satz von schöner Zeitlosigkeit und – trotz der genannten Widerborstigkeit – das flüssige Lesen leicht machend. Die SW-Fotografien und Schemata sind klug gewählt und richtig zum Inhalt gestellt. Das Ganze ist handhabbar gegliedert. Vielleicht fehlen farbige Lesebändchen?!

Der Inhalt der hier überarbeiteten Dissertation des Berliner Architekten – der die Arbeit eine „Studie“ nennt – ist nichts weniger als der Raum. Um sein Physisches, Metaphysisches, um das, was er ist oder sein soll, wie er sich formt heute aber auch gestern. Dabei wühlt sich der Autor durch die wesentlichen Arbeiten zur Raumtheorie der letzten gut hundert Jahre, zitiert und formt neu, kommentiert und analysiert und macht das teils anschaulich in den schon erwähnten Diagrammen. Wer das meistert, kann zu einem verallgemeinerbaren Vokabular gelangen, das die Beschreibung räumlicher Phänomene leichter macht. Dass das auch interdisziplinär genutzt werden kann, gibt der Arbeit des Lesens dann das schönste Erfolgserlebnis. Be. K.

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