Lieber gleich abreißen? Marie-Elisabeth-Lüders-Haus, Berlin

Man wundert sich. Oder auch schon nicht mehr, denn der Bau, der seit Jahren nicht fertigwerden will, steht in der Bundeshauptstadt. Die Rede ist von der Erweiterung des Marie-Elisabeth-Lüders-Hauses (Stephan Braunfels), dem östlichen Abschluss des „Band des Bundes“ (Schultes Frank Architekten). Der erste Bauabschnitt war bereits 2003 fertiggestellt worden, die Erweiterung startete 2010 und sollte zwei Jahre später fertiggestellt sein. Was sie bis heute nicht ist, ihr Architekt warf zwischenzeitlich das Handtuch und verklagte den Bauherrnvertreter, das Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung BBR.
Nun, drei Jahre nach der Kündigung – die nach Auskunft des BBR „juristisch unwirksam“ sei – drängt immer noch Wasser durch Risse in der Bodenplatte, auch die Parlamentarier drängen. Auf Handeln und einer davon auf Abriss. So plädierte im November 2018 der Bundestagsvizepräsident und Vorsitzende der Baukommission des Parlaments, Wolfgang Kubicki (FDP), in einem Beitrag in der FAS, das Lüders-Haus im Zweifelsfalle lieber abzureißen, als sich eine Endlos-Baustelle aufzuhalsen: „Einmal Flughafen Berlin-Brandenburg reicht.“
Es kam zu einer schriftlichen Anfrage von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN (Drucksache 19/6321– 14 – Deutscher Bundestag – 19. Wahlperiode, S. 15), die der Staats­sekretär Gunther Adler so beantwortete: „Die Baumaßnahme Erweiterung Marie-Elisabeth-Lüders-Haus ist noch nicht abgeschlossen, so dass derzeit keine Zahl von Baumängeln benannt werden kann. Als Schaden und wesentlicher Mangel wurde bei der noch laufenden Baumaßnahme die undichte Bodenplatte im 2. Untergeschoss identifiziert. Ein Abriss des Erweiterungsbaus ist weder erforderlich noch geplant. Diesbezügliche Aussagen in einzelnen Medien entbehren jeder Grundlage. [...]. Der Hauptsanierungsauftrag wurde im Oktober 2018 beauftragt. Die Umsetzung der beauftragten Leistungen hat begonnen.“ Also doch nicht. Zunächst. Be. K.

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