Im Gespräch: Jörg Ziolkowski, Geschäftsführender Gesellschafter ASTOC Architects and Planners GmbH

Stimmungsbarometer Digitalisierung in Deutschland / im europäischen Umfeld
Im Gespräch: Jörg Ziolkowski, Geschäftsführender Gesellschafter ASTOC Architects and Planners GmbH


DBZ: Es wird aktuell viel über die Digitalisierung des Bauwesens gesprochen und geschrieben. Woran arbeiten Sie in diesem Bereich?

Jörg Ziolkowski: Zurzeit ist natürlich unser größtes Investment – sowohl finanziell als auch zeitlich – im Bereich mobiles Arbeiten/ Video Conferencing festzustellen. Den kompletten Workflow aus dem Bürobereich in die heimische Wohnung zu ermöglichen, ist in erster Linie ein IT-Thema. Bestehende Datenschutzrichtlinien einzuhalten, Datenzugriffe und Koordination der Projekt-Teams über gängige Kanäle wie Telefon und Messenger-Dienste zu gewährleisten, ist die technische Sicht auf eine neue Situation. Lean Design Methoden bieten uns bei ASTOC Konzepte, die wir jetzt für uns anpassen und implementieren. Den Mitarbeitern auf der anderen Seite, in ihrem Home-Office, das „Look and Feel“ des Büros zu vermitteln, erfordert eine starke Einbindung von interner PR und der Geschäftsleitung. Hier sind Kreativität und die stetige Suche nach neuen Tools erforderlich.
DBZ: Zukunftsfähig Bauen ist eine Herausforderung für alle Beteiligten. Was sind nach Ihrer Meinung die größten Herausforderungen für die Digitalisierung des Bauwesens und ist die Pandemie Beschleuniger oder Bremsschuh für Ihre persönliche Arbeit (im Bezug auf die Digitalisierung)?

Jörg Ziolkowski: Bezogen auf die Corona-Situation sehen wir, wie zuvor erwähnt, den größten Beschleuniger im Bereich des mobilen Arbeitens. Unabhängig von der Pandemie bietet uns die Anwendung der digitalen Werkzeuge natürlich eine Optimierung unserer Arbeitsabläufe, die z.B. im Vergleich zur Arbeit vor 10 Jahren eine wesentlich schnellere Bearbeitung und gleichzeitig eine erhöhte Planungsqualität ermöglichen. Bezogen auf das Bauen selbst, sehen wir generell das Potenzial durch die Verbesserung der unserer Planung als auch unserem Anspruch an ressourcensparendes und nachhaltiges Bauen entsprechen zu können. Rückbaubarkeit, Materialtrennung und Energieaufwand sind bereits in Teilen in Baudatenbanken verfügbar und lassen sich als Attribute in Bauteilen, direkt in den BIM-Projekten, hinterlegen.

DBZ: Die Digitalisierung des Bauens bedingt umfassende Umwälzungen und die Neuorganisation von Büros- und Arbeitsprozessen. Welche Unterstützung wünschen Sie sich, um die bei Ihnen anstehenden Aufgaben zu meistern?

Jörg Ziolkowski: Als Geschäftsführer eines Architektenbüros muss man die Anforderungen kennen, die Möglichkeiten bewerten und dann die Arbeitswerkzeuge und -Methoden aufsetzen, mit denen wir erfolgreich sein können. Unterstützung fragen wir dann ggf. bei Dienstleistern, Herstellern oder auch Verbänden an. Unserer Erfahrung nach, werden solche Anfragen oder Anregungen bereitwillig gehört und aufgenommen.

Das Gespräch mit Jörg Ziolkowski führte Tim Westphal für die DBZ.

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