Gradierwerk, Kevelaer

Als Wallfahrtsstadt ist Kevelaer traditionell dem Tourismus verbunden und beherbergt den Pilger- und Solepark „St. Jakob“. Zentraler Kern im Park ist ein von Architekt Peter Grund aus Kassel entworfenes 12 m hohes Gradierwerk. Form und Konstruktion des Gradierwerkes ermöglichen viele „meeresähnliche Kleinklimazonen“ auf kleinstem Raum. Grundriss und Dach nehmen die Form einer Jakobsmuschel auf. „Das hat sicher nicht zufällig mit der Stadt Kevelaer als Wallfahrtsstadt zu tun“, erklärt Peter Grund, „zielt jedoch im Ergebnis auf ein nachhaltiges Alleinstellungsmerkmal im Zeitalter fortlaufender baulicher Kannibalisierung ab.“ Im Wesentlichen besteht das Gradierwerk aus dem Solerückhaltebecken, dem bedornten Holzbauwerk, den Dächern, zwei Holztürmen und der Soletechnik. Das Solerückhaltebecken aus wasserundurchlässigem und salz­resistentem Beton bildet mit entsprechend angeordneten Fundamentstreifen den tragfähigen Grund für die Holzkonstruktion. Schutz vor Regen- und damit auch vor Süßwasser bietet ein aus fünf im First fallenden, einzelnen Sattel­dächern bestehendes Dach oberhalb der Rähmbalken. Hier findet sich auch der Wartungsgang für die Berieselungsanlage. Während einerseits die mit Salz angereicherte Luft den Atemwegen der Besucher guttut, verlangt sie andererseits vorausschauenden Materialeinsatz. An den Firsten der Dächer fixierten die Dachdecker zusätzlich passend gekantete Verbundbleche aus Edelstahl. Mit einer durchgehenden Anschlussbahn konnten die Firste exakt ausgebildet und zusätzlich gegen Windsogkräfte gesichert werden.

Projektdaten

Architektur: Groger Grund Schmidt Architektengemeinschaft, Kassel,

www.ggs-architekten.de

Fertigstellung: 2020

Hersteller: alwitra GmbH & Co., www.alwitra.de

Produkte: EVALON® dual, schiefergrau; Edelstahl-Verbundbleche

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