Erweiterungsbau der Württembergischen Landesbibliothek, Stuttgart

Das Gebäude der Landesbibliothek aus dem 1960er-Jahren sollte funktional und räumlich durch einen neuen Baukörper erweitert werden. Der Ursprungsbau zählte zu den herausragenden Architekturleistungen der 1960er-Jahre im Stil des Brutalismus. Der Planungswettbewerb für einen Neubau wurde bereits im Jahr 2010 ausgeschrieben. Der mit dem ersten Preis ausgezeichnete Entwurf von Lederer Ragnarsdóttir Oei setzt die Aufgabe mit einem eigenständigen Gebäude um, das nur über einen Steg im ersten Obergeschoss mit dem Bestandsgebäude verbunden ist. Nach Aussage der Architekten war es nicht die Absicht, den Erweiterungsbau als eigenständigen Baukörper in Erscheinung treten zu lassen. Vielmehr sollte er sich optisch als Erweiterung des flächenmäßig viel größeren Ursprungsgebäudes präsentieren. Mit seiner Fassade führt der Neubau die ebenfalls durch eine Naturholzschalung geprägte Optik des Altbaus konsequent, aber dennoch gefühlvoll fort. Das Gebäude umfasst insgesamt sechs Ebenen mit einer Nutzfläche von 11 300 m²: Untergeschoss, Erdgeschoss und vier Obergeschosse. Neben einer Cafeteria, die unabhängig vom Bibliotheksbetrieb geöffnet sein kann, befinden sich auf der unteren Ebene das Foyer mit Informationstresen, Buchrückgabe sowie ein Saal- und Ausstellungsbereich und Verwaltungsräume. In den Obergeschossen sind frei zugängliche Ausleihbestände (insgesamt 500 000 Bände) sowie Leseplätze vorgesehen. Mit der Sanierung und dem Umbau des Bestandsgebäudes wird anschließend ein zweiter Bauabschnitt folgen, für dessen Fertigstellung ebenfalls mehrere Jahre eingeplant sind.

Projektdaten

Planung: LRO Lederer Ragnarsdóttir Oei, Stuttgart,

www.archlro.de

Fertigstellung: 2020

Hersteller: Dyckerhoff WEISS, www.dyckerhoff.com

Produkt: Weißbeton der Festigkeitsklasse C35/45

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