Erst denken. Und dann?
BDA Symposium in der wiedererstehenden Parklandschaft von Sanssouci, Potsdam

„Erst denken, dann dämmen“, unter diesem auch provokanten Titel hatte der BDA zu einem Symposium nach Potsdam in die Parklandschaft von Sanssouci eingeladen. Zu der eintägigen Veranstaltung waren „mehr Architekten, als gedacht“ (Dr. Olaf Bahner, Public Relation BDA) gekommen, und tatsächlich sollte das 6. DBA-Symposium aus der Reihe „Stadt umbauen“ eher die Vertreter der Politik, der Wirtschaft und der Stadtplanungsbehörden ansprechen. Die waren auch da, und so war der Saal in Haus 12, Am Neuen Palais 10, randvoll.

Bekanntermaßen hatte sich der BDA schon in der Vergangenheit immer wieder gegen das Unkenntlichmachen der Architektur durch dicke Wärmepackungen ausgesprochen. Das Bild von der Pudelmütze, die ein Sanierer einem Haus überzieht, wirkt aus heutiger Sicht gefährlich vereinfacht; und wird, so der anwesende Prof. Dr. János Brenner vom Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung, für die aktuellen Kampagnen auch nicht mehr benutzt. Doch nicht um das einzelnen Haus ging es in Sanssouci, auch nicht um neue Technologien oder Materialien in der Verpackungstechnik, es ging um den Blick auf mögliche Alternativen; ganz konkret, um die Betrachtung quartierbezogener Energiestrategien. Warum nicht erhaltenswerten, gar nicht einmal denkmalgeschützen Bestand ohne massive Dämmung sanieren und ihn in Summe, unter Einbeziehung hocheffizienter Neubauten, zu einem CO2-Nie­drigstemittenten machen (Schottenhöfe, Erfurt. Arch.: Osterwold Schmidt–Exp!ander, Weimar)?

Hohe Dichte garantiert effektive Energieversorgung; und die Experten waren sich neben der Forderung nach einer stärkeren systemischen Betrachtung des Energieproblems einig, dass neben den Gebäuden auch der Verkehr stärker in den Fokus rücken müsste (hierzu das Integrierte Stadtentwicklungskonzept INSEK und das Standortentwicklungskonzept SEK, Potsdam).

Am Ende des Symposiums standen zwei Frage im Raum: Wie kann die überraschend konsensual geführte Diskussion zu den Eigentümern und ihren Verbänden getragen werden? Und: Brauchen wir nicht, wie Thomas Knerer, Dresden, es vermutete, ein ganz neues Bild von unser Stadt? Be. K.

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