Erschrecken nicht ausgeschlossen

Beschleunigung aller Orten. Das, was wir wahrnehmen, wird mehr und mehr zur Welt als Klischee. Die Spaziergangswissenschaft hinterfragt die oberflächliche Selektion, das bewusste Gehen durch den Raum wird zum prozessualen Erleben von geschauten Dingen im Zusammenhang. Nicht Landschaft, wie sie ist, wird hier wahrgenommen, sondern Landschaft, wie wir sie sehen. Man könnte das sehende Flanieren und neugierige Abweichen vom Pfad auch auf die Architektur anwenden (im vorliegenden Buch ist der Draußenraum das Objekt der Untersuchung). Dann allerdings käme vielleicht ein unversöhnbares Erschrecken über die Rigiditäten in der gebauten Welt und wir müssten fortlaufen; hinaus in die Landschaft beispielsweise.

Die in diesem Buch versammelten Texte dokumen­tieren verschiedene Projekte der auch Promenadologie genannten Wissenschaft, von welcher man nach der Lektüre den Eindruck hat, dass ihre übergreifende, akademische Anerkennung mehr als überfällig ist und dass sie, konsequent angewandt, zu anderen Lebensumständen führen könnte; nach dem jahrhundertelangen Stillstand in der Entwicklung unserer Ideen vom (Verkehrs)Raum. Be. K.

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