Besucherzentrum Müngsten

Im Jahr 2006 wurde der Müngstener Brückenpark eröffnet. Natur trifft Technik, Idylle ergänzt um Ingenieurskunst, so lässt sich die Situation unter der weltberühmten Müngstener Brücke am besten beschreiben. Im Mittelpunkt der drei bergischen Großstädte Remscheid, Solingen und Wuppertal liegt Deutschlands höchste Eisenbahnbrücke, die das Tal der Wupper überspannt. Die Landschaft und die Wupper um die Brücke herum sind ebenso beeindruckend wie die filigrane Stahlkonstruktion des Brückenbogens. So wurde der im Rahmen der Bergischen Regionale 2006 vom Atelier Loidl umgestaltete Brückenpark zu einem touristischen Highlight mit ganz eigener Qualität. Jedes Jahr wird der Park von mehr als 300.000 Besucherinnen und Besuchern aufgesucht. Eine in Szene gesetzte Landschaft, das Naturerlebnis, eine berühmte Eisenbahnbrücke, Zeugnisse der Industriegeschichte und die höchst lebendige Wupper machen gemeinsam die Faszination des Parks aus.


Haus Müngsten

Haus Müngsten bildet den 1. Bauabschnittdes im Jahr 2008 entschiedenen Realisierungswettbewerbs, welcher ein Konzept aus drei Gebäuden, dem „Haus am Wasser“, dem „Haus am Hang“ sowie dem Gastronomiegebäude „Haus Müngsten“ vorgab. Das zweigeschossige Gebäude besteht aus einer homogenen Fassade aus wetterfestem Baustahl, dessen rostrote Oberfläche sich sensibel in die natürlichen Farben der Landschaft einfügt und einen inhaltlichen Bezug zur filigranen Stahlkonstruktion des Brückenbogens sowie zum industriellen Hintergrund des Tals und der Region herstellt.

Das als Ausflugs- und Veranstaltungslokal konzipierte Gebäude beinhaltet eine Café- und Restaurantnutzung auf zwei Ebenen im Erd- und Obergeschoss. Die mit hochwertigen Holzfußböden ausgestatteten Gasträume öffnen sich mit großen Fensteröffnungen zur Wupper- und Parkseite und ermöglichen so einen größtmöglichen Bezug zur umgebenen Natur des Brückenparks. Der große Saal im Erdgeschoss kann für Veranstaltungen, Feiern und Seminare genutzt werden und ist vom restlichen Gastronomiebetrieb abtrennbar. Im Obergeschoss steht ein kleinerer Clubraum sowie die Brückenlounge mit panoramaartigem Blick auf die Müngstener Brücke zur Verfügung.

Die zentrale Speisenvorbereitungs-und Versorgungseinheit befindet sich in dem in den Hang integrierten Sockelgeschoss mit direktem Zugang zur Wupperterrasse. Die Anlieferung erfolgt über einen in die Belagsfläche eingelassenen Lastenaufzug. Das Dachgeschoss beinhaltet eine hochwertige Loft-Wohnung, deren Belichtung über einfache Einschnitte in den Dachfläche erfolgt, ohne dass zusätzliche Öffnungen in den ruhigen Fassadenflächen erforderlich werden.


Baufigur und Städtebau

Mit seiner einfachen zeichenhaften Formsprache bildet das neue Gastronomiegebäude den markanten Start- bzw. Endpunkt des Brückenparks. Das Gebäude orientiert sich giebelständig zum Park und bildet mit seiner einfachen, leicht wiedererkennbaren „Haus-Typologie“ ein unverwechselbares Zeichen für die Parkbesucher. Eine markante Auskragung auf der Nordseite bietet dem Fußgänger einen angemessenen zentralen Witterungsschutz sowie einen idealen Treffpunkt innerhalb des Parkgeländes. Städtebaulich fasst die Baufigur des Gastronomiegebäudes den neuen „Dorfplatz“ Müngstens und lässt durch seine L-förmige Anordnung einen großen, multifunktional nutzbaren Platz entstehen.


Außengastronomie

Die Anordnung der Außengastronomieerfolgt sowohl auf der Park- als auch auf der Wupperseite. Die Parkterrasse setzt die schollenartige Entwicklung der Landschaftselemente fort und bildet eine plateauartige Terrasse mit Blick auf die Müngstener Brücke und den Brückenpark. Zur Wupperseite wird eine auf dem Niveau des Sockelgeschoss liegende keilförmige Terrasse mit direktem Bezug zum Wasser geplant welche über eine Versorgungsstation im Untergeschoss („Strandbar“) bewirtschaftet wird. Der direkte Zugang ist sowohl vom benachbarten Strand als auch vom Platzniveau möglich. Zusätzlich können auch der „Dorfplatz“ sowie die großzügige Dachterrasse im 1. Obergeschoss  für die Außengastronomie genutzt werden.

Die Betriebsführung der neuen Gastronomie wird von der Integra Solingen gGmbH  übernommen. Die Integra Solingen ist ein Integrationsunternehmen der Lebenshilfe Werkstatt für Behinderte Solingen. Nach Inbetriebnahme der Gastronomie sind 8 Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderung entstanden.

 

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