BDB-StudentInnen-Förderpreis 2021 entschieden

Der StudentInnen-Förderpreis des Bundes Deutscher Baumeister, Architekten und Ingenieure BDB zeichnet Studienarbeiten aus, die für die Entwicklung des Bauens unserer Zeit beispielhafte, nachhaltige Lösungen zeigen. In diesem Jahr wurden insgesamt 178 Arbeiten in den Wettbewerbskategorien Gebäude, Ingenieurbauwerke, Konstruktionen und Städtebauliche Planungen eingereicht. Mit dabei waren Universitäten, Hochschulen und Fachhochschulen aus dem ganzen Bundesgebiet. Dass der BDB-StudentInnen-Förderpreis eine so hohe Einreicherquote hatte, hängt möglicherweise mit der rein digitalen Abwicklung des Verfahrens zusammen. Wir freuen uns mit dem BDB über den schönen Rekord!

Lange hielt der Auslober an der Absicht fest, die Jury in Berlin im Aedes-Forum bei bester Zugluft tagen zu lassen, am Ende wurden der BDB und Juror­Innen sich einig, dass man die Sitzung doch virtuell machen sollte. So traf man sich, gut vorbereitet – 178 Arbeiten! – am 23. April zur ersten Online-Jury-Sitzung in der Preisgeschichte. Zwar räumlich distanziert, aber höchst ressourceneffizient, auf jeden Fall aber hochkonzentriert, verlangten die Durchgänge durch die Arbeiten den JurorInnen höchste Disziplin ab.

Begleitet von BDB Bundesgeschäftsführer Martin Wittjen und Anna Voß kürte die Jury am Ende eines langen Tages vier Siegerprojekte aus den oben genannten Bereichen. In der Jury vertreten waren BDB-Präsident Christoph Schild, Prof. Dipl.-Arch. Fabienne Hoelzel (Lehrstuhl Entwerfen & Städtebau, ABK Stuttgart), Dipl.-Ing. Knut Stockhusen (Beratender Ingenieur, schlaich bergermann partner), Benedikt Kraft (stellv. Chefredakteur der DBZ Deutsche BauZeitschrift), René Großner (BDB-Berater für Studierende) und einer der Preisträger von 2019, Christian Westerfeld (damals Schramm), alle vereint unter der Leitung der Juryvorsitzenden, Prof. Dipl.-Ing. Ruth Berktold (Fak. f. Architektur, Fachgebiet CAX & Entwerfen, Hochschule München).

Die JurorInnen waren im Rückblick auf die Präsentationen und die lebhaften Diskussionen in den jeweiligen Durchgängen sehr angetan von der hohen Qualität der Einreichungen insgesamt und dem Ideenreichtum des PlanerInnen-Nachwuchses, der das Potential hat, nicht nur – wie geschehen –, aber auch längere Dispute in der Expertenrunde auszulösen.

Ausgezeichnet wurden

– in der Kategorie Gebäude:

„Palazzo Pubblico – Architektur als Medium des kulturellen Palimpsests“ von Matthias Pabst (Universität der Künste, Berlin). Auszug Jurykommentar: „Gedacht für die Gesellschaft, um den Austausch zu fördern und diesen gerade auch in der kommenden Zeit nach Corona wieder zu beleben. Eine Besonderheit bei diesem Entwurf bildet das Wechselspiel zwischen leichter Masse und offener Leichtigkeit, ein Gebäude, das einen beinahe nahtlosen und harmonischen Übergang von dichter Stadt hinaus aufs offene Meer darstellt.“

– in der Kategorie Konstruktionen:

„Rethinking Lightweight Pavillon“ von Charlotte Stapenhorst, Hiba Mati, Daniel Görg, Naima Mora, Ehsan Taghiyar, Barbara Weese, Joachim Beyer und Philip Diehl Villescas (HafenCity Uni Hamburg). Auszug Jurykommentar: „Das Projekt kombiniert geschickt schlanke, biegeweiche Holz­elemente mit der stabilisierenden Wirkung der Vorspannung zu einem stabilen Flächentragwerk. Die resultierende Form macht den Kraftfluss erlebbar und zeigt, wie bekannte Leichtbauprinzipien mit nachhaltig nachwachsenden Baumaterialien interpretiert werden können.“

- in der Kategorie Städtebauliche Planungen:

„7 Narren – kulturelle Aktivierung von öffentlichem Raum“ von Jonas Hamberger (Technische Universität München). Auszug Jurykommentar: „Die Arbeit steht damit für eine Form von Städtebau, die über strategisch-punktuelle Eingriffe auf ein größeres Territorium einwirken und dieses verändern. Gleichzeitig reagieren die ‚7 Narren‘ auf das gesellschaftliche Bedürfnis nach aktiver Partizipation und Aneignung im Stadtraum. Besonders gelobt wird die gelungene Mischung aus Analyse, Kritik, Aktivismus und Transformationskraft.“

- in der Kategorie Ingenieurbauwerke:

„Linear Highrise, eine Hochhaus-Idee“ von ­Jurij von Aster (Mendrisio School of Architecture, Schweiz). Auszug Jurykommentar: „Durch die äußerst ungewöhnliche Wahl des Bauplatzes und der konsequenten Ausschöpfung der dort zur Verfügung stehenden räumlichen Gegeben­heiten gelingt es „Linear Highrise“ zu überzeugen. Mit seinen Proportionen treibt es den ­Typus des Scheibenhochhauses auf die Spitze. Die Arbeit zeigt auf, wie sehr die Städte unserer Zeit dem Dogma der verkehrsgerechten Stadt unterworfen sind, indem es einen klassischen Restraum im Wirrwarr der Straßennetze besetzt und an dieser schwierigen Stelle versucht, diesen für den Menschen nutzbar zu machen.“

In der Kategorie Gebäude wurden zwei Anerkennungen vergeben an die Projekte „(Un)Perfekt Reconstruct Lab“ von Ayat Tarik (Technische Universität Braunschweig) und an das Projekt „Bis sich alles bewegt“ von Regina Gebauer (Karlsruher Institut für Technologie). Auszug Jurykommentar „(Un)Perfekt Reconstruct Lab“: „Die Arbeit artikuliert anschaulich handgreiflich die immer noch vernachlässigten, aber stetig auf den entscheidenen Ebenen präsenter werdenden Themen Nachnutzung, Bestandsumprogrammierung und partizipative Prozesse. Der zeitlich wie räumlich sektorale Umbau eines realen Kaufhauses wurde überzeugend in die Fiktion eines in den kommenden zehn Jahren realisierten Umwandlungsprozess eingebaut.“

Auszug Jurykommentar „Bis sich alles bewegt“: „Hier wird der Industriecharakter der umgebenden textilverarbeitenden Firmen aufgenommen und die Fassade wird wie ein perforierter, teilweise beweglicher Schleier aus rostendem Stahl um das neue Wohngebäude mit seinen Gemeinschaftszonen gelegt. Die Bewegung der ­nahegelegenen Schwebebahn und die Idee, die Materialien der Umgebung in einem ‚Urban Mining‘ Projekt zu verarbeiten, zeigt den umfassenden Nachhaltigkeitsgedanken des Projektes … Re-cycle and Re-use.“

Jedes ausgezeichnete Projekt wird mit 1 000 € Preisgeld belohnt, die beiden Anerkennungen erhalten jeweils 600 € Preisgeld. Die Bekannt­gabe der PreisträgerInnen wird im Mai im Rahmen der Online-BDB-Mitgliederversammlung erfolgen, die Verleihung in Präsenz zu einem späteren Zeitpunkt, voraussichtlich im Herbst.

Dank geht an den Auslober, den BDB, sowie an die hocheffizient wie couragiert agierende Jury und natürlich auch an die 178 EinreicherInnen sowie die beteiligten Universitäten, Hochschulen und Fachhochschulen. Be. K.

www.baumeister-online.de, DBZ.de
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