Analog und perfekt

„Texte“, „Intentionen“, „Impressionen“. Und „Biografien“ und „Werkverzeichnis“. Acht Projekte der Londoner Sergison und Bates werden in diesem massiven, scharf geschnittenen Buchkörper in den genannten drei Abteilungen/auf drei Papiersorten vorgestellt. Bei den drei Texten vorne verwundert die in ihnen liegende Theorietiefe, die angesichts des (scheinbar) überschaubaren Werkes überzogen scheint. Im zweiten Kapitel beschreiben die Architekten kurz und knapp ihre entwurflichen Absichten und dann, nach der Hälfte der Buchstrecke, folgt der wortlose Fotoessay von Grandorge. Ein bilderloses Werkverzeichnis (ab 1996) schließt den Band ab, ein Verzeichnis mit Texten über die Architekten ist nicht vorhanden.

Die Trennung von Inhalten des zweiten und dritten Kapitels erschwert ein die Zuordnung der Bilder, macht das Lesen der Projekte schwieriger. Aber das soll wohl so sein, hier wird Anstrengung verlangt, ein loses Blättern ist nicht erlaubt, die Fotos stehen für sich wie auch die Texte. Dass die sehr sorgfältige, den Arbeiten der Architekten entsprechende Publikation bei einem Schweizer Verleger gemacht wurde, scheint wohl der Tatsache zu verdanken zu sein, dass die Bauten eine erstaunliche Nähe zu Arbeiten von Miroslav Šik aufweisen; wie die Architekten selbst mehr und mehr in der Schweiz ihre architektonische Heimat zu finden scheinen (seit 2010 ein Büro in Zürich). Ziemlich analog und perfekt gemacht das Ganze! Be. K.

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