14 Rooms www.herzogdemeuron.com

Die Art|Basel (18. - 21.6.) war ein Heimspiel für Herzog & de Meuron und als weltwichtigste Kunstmesse auch ein adäquates Terrain für architektonisch-künstlerische Interventionen eines der weltweit tonangebenden Architekturbüros. Schon auf der Art|Basel 2012 waren die Architekten mit einem expressiven Satelliten Pavillon des ebenfalls von ihnen entworfenen Schaulagers prominent vor dem Haupteingang vertreten. 2013 konnte die Art|Basel erstmalig die von Herzog & de Meuron erweiterte Halle 2 bespielen, die als futuristisches „Sky Hole“ den Messevorplatz überspannt. In diesem Jahr planten die Architekten die Installation „14 Rooms“, in der Live-Kunst-­Ausstellungen gezeigt wurden. In 14 Räumen stellten Künstler, die selbst nicht zugegen waren, teils neue, aber auch bekannte und etablierte performative Arbeiten aus. Santiago Sierra z.B. zeigte seinen traumatisierten Kriegsveteranen, der in einer Raumecke zur Wand steht und nur rücklinks zu sehen ist. Bruce Nauman und Yoko Ono hingegen zeigten ältere Arbeiten. Die architektonische Stärke dieser Installation ist eindeutig ihre Zurückhaltung. Herzog & de Meuron haben der Versuchung widerstanden, die 14 Räume als individuelle Körper zu betonen, wie sie es beim Vitra Haus oder beim Anbau der Tate Modern in London demonstriert haben. Stattdessen gab es auf der Art|Basel nur eine kubische weiße Großform, ca. 10 m hoch, die an ihren Querseiten jeweils eine Tür aufwies, über die man einen langen, nach oben offenen und an den Stirnseiten verspiegelten Vorraum betrat. In den Längswänden befanden sich 14 verspiegelte Türen, hinter denen die jeweiligen Perfoman­ces geboten wurden. Hier zeigten Herzog & de Meuron mal wieder eine architektonische Haltung, die dem Zweck dient und sich nicht im Selbstzweck erschöpft. Frank F. Drewes

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