Forschung und Bildung

Daniel Libeskind soll Erweiterung des Jüdischen Museums planen

Das Jüdische Museum Berlin möchte dringend die gegenüber liegende Blumengroßmarkthalle zur Erweiterung seiner Ausstellungsflächen nutzen. Erst im Herbst 2001 war mit dem spektakulären Libeskind-Bau die Ausstellungsfläche auf 5300 m² vergrößert worden. Trotzdem fehlt dem Museum Platz für das umfangreiche Bildungsprogramm für Kinder und Erwachsene, Mitarbeiterbüros wurden schon ausgegliedert, Erweiterungsflächen für Forschung, Bibliothek und Archiv stehen auf der Wunschliste des Jüdischen Museums. Mit dem neuen Erweiterungsbau könnte ein wichtiges Forschungs- und Bildungszentrum für Kultur und Geschichte des deutschsprachigen Judentums entstehen. 

Weil die Flächen im Bebauungsplan zunächst umgewidmet werden müssen, laufen die Gespräche zwischen dem Jüdischen Museum, dem Bezirksamt und dem Liegenschaftsfond auf Hochtouren. Daniel Libeskind soll für den Erweiterungsbau gewonnen werden und mit einer Verbindung zum alten Museum einen symbolischen Brückenschlag entwerfen. Die 6.000 m² große Blumenhalle, die in den 60iger Jahren von Bruno Grimmek gebaut wurde, soll nicht abgerissen, sondern für die Bedürfnisse des Museums umgebaut werden. Die Bauarbeiten könnten schon 2010 beginnen, wenn der Blumengroßmarkt in einen Neubau an der Beusselstrasse umgezogen ist. Noch ist nicht klar, was mit den Restflächen geschieht, denn für seine Aktivitäten will das Jüdische Museum nur ca. zwei Drittel der Großmarkthalle selbst nutzen.

 

Internet: www.daniel-libeskind.com

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