Jüdisches Museum erfindet sich neu

Die Geschichte des Jüdischen Museums in Berlin beginnt nicht erst mit dem „Realisierungswettbewerb für den Erweiterungsbau des Berlin Museums mit Abteilung Jüdisches Museum“, den der Berliner Senat Ende 1988 ausgeschreiben hatte und den im Juni 1989 der Entwurf „Between the Lines“ von Daniel Libeskind für sich entschied. Aber mit dem Libeskind-Entwurf wurde der Ort greifbarer, an dem die Jüdische Geschichte und ganz speziell die der deutschen Juden dokumentiert wurde.

Am 13. September 2001 eröffnet das Museum an der Lindenstraße den umgebauten Altbau mit Neubau. 16 Jahre lang war die Dauerausstellung „2 000 Jahre deutsch-jüdische Geschichte“ zu sehen. Rund 700 000 BesucherInnen kamen jedes Jahr. Zeit also, das immer wieder überarbeitete  (Foyer am Altbau, Blumenhalle gegenüber), aber immer als zu überfüllt empfundene Museum grundsätzlich neu zu denken. Der Bund, Hausherr über die bundeseigene „Stiftung Jüdisches Museum Berlin“, gab 22 Mio. €, die Neuausrichtung der Ausstellung wurde von einem KuratorInnenteam zusammen mit der Arge chezweitz GmbH/Hella Rolfes Architekten BDA entwickelt.

Jetzt sollte, nach zwei Jahren Arbeit, das Museum wie auch der gegenüberliegende Part in der ehemaligen Blumenhalle (Kindermuseum) eröffnet werden, doch die Corona-Zeit macht dem Zeitplan einen Strich durch die Rechnung: Eröffnung verschoben. Besuche sind allerdings schon online möglich. Ob allerdings die Neuordnung auch eine Wiederherstellung der räumlich spannungsvollen Arbeit von Libeskind ist? Das wird wohl nur ein Besuch abschließend klären können.

Umgesetzt wurde die Trennung von Direktor Peter Schäfer, der in einem offiziellen Tweet eine Lese­empfehlung zur israelkritischen Bewegung BDS (Boykott, Desinvestitionen, Sanktionen) verbreitet hatte. Israel machte Druck, Schäfer musste gehen. Die neue Direktorin ist die niederländische Kuratorin und Museumsmanagerin Hetty Berg. Be. K.

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