Wohnblock, Hamburg
Auf einem Teilareal des Westfield Hamburg Überseequartiers entstand auf rund 31 600 m2 das Projekt Eleven Decks. Gebaut wurden 306 Wohneinheiten auf rund 21 000 m2 Wohnfläche, die in 39 Grundrissvarianten Wohnraum für unterschiedliche Lebensentwürfe bieten. Die Wohnungen beginnen ab dem ersten Obergeschoss und liegen über gewerblich genutzten Erdgeschosszonen. Zur gemeinschaftlichen Nutzung wurden Co-Working-Spaces, Fitness- und Yogaräume, eine offene Küche mit Essbereich, eine Bar, eine Lounge und eine Spielzone geschaffen. Ursprünglich für zwei Bürohäuser vorgesehen, wurde das Baufeld verkleinert und erhielt eine unregelmäßige Form. Der elfgeschossige, nach Süden terrassierte Baukörper reagiert auf die Grundstücksgeometrie und die umliegende dichte Bebauung mit einer plastisch gegliederten Architektur, abgestuften Freiräumen und einem begrünten Innenhof. Durch eine Staffelung des Baukörpers nach Süden und die Anhebung der nördlichen Traufhöhe auf über 30 m gelang es, den engen Innenhof zu öffnen und eine markante Silhouette zu formen. Insgesamt entstanden rund 3 500 m2 begrünte Dach- und Hofflächen, die dem geringen Grünanteil in der HafenCity entgegenwirken.
Eine besondere Herausforderung war die lärmbelastete Lage im Hafenquartier sowie die hohen Brandschutzanforderungen – teilweise bis zum Hochhausbereich. Dafür kam eine Fertigteilfassade mit beweglichen Prallscheiben zum Einsatz. Als raumhohe oder auf Stahlbetonbrüstungen montierte Prallscheiben kamen die Schiebe-Dreh-Systeme Proline T und – für höhere statische Anforderungen – Proline T Mega von Solarlux zum Einsatz. Je nach Ausführung erreichen sie ein Schalldämmmaß Rw von bis zu 30 dB. Dank schmaler Rahmenprofile und senkrecht rahmenloser Verglasungen ermöglichen sie Transparenz und eröffnen insbesondere aus den oberen Geschossen Ausblicke über das Hafenbecken, zur Elbe und bis zur Elbphilharmonie. Oben eingehängt und unten in einer barrierefreien Bodenschiene geführt, lassen sich die Glaselemente leicht zur Seite schieben und um 90 ° herausdrehen. So können sie auf der Außenseite gereinigt und platzsparend als schmales Glaspaket geparkt werden. Ein wesentlicher technischer Aspekt war die projektspezifische Anpassung der Verglasungen an die unterschiedlichen Windlastzonen der Fassade. Dies wurde durch das modulare Baukastenprinzip ermöglicht, auf dem die Produktlinie basiert. Im Regelbereich kam das System Proline T mit 12 mm starker ESG-Verglasung zum Einsatz, während in den exponierten Zonen sowie ab dem 7. Obergeschoss die verstärkte Systemvariante Proline T Mega verwendet wurde. Deren statisch optimierte Rahmenprofile und die 15 mm starke ESG-Verglasung – gewählt unter Berücksichtigung der maximal zulässigen Spannung – gewährleisten die erforderliche Stabilität bei einem maximalen Windsog von -1,9 kN/m².
Projektdaten
Architektur: Carsten Roth Architekt, www.carstenroth.com
Fertigstellung: 2024
Hersteller: Solarlux,
Produkte: Schiebe‑Dreh‑Systeme Proline T (12 mm ESG-H) und Proline T Mega (15 mm ESG‑H)
