Wärmewende am besten Zuhause
Eine aktuelle Basisstudie des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) zeigt erstmals, wo Deutschland bei der Kommunalen Wärmeplanung KWP steht und offenbart große Unterschiede zwischen den Kommunen, z. B. in Methodik, Datenqualität, Bearbeitungs- und Informationstiefe. Die Wärmewende soll eine der größten Klimabaustellen Deutschlands schließen: Mehr als die Hälfte des Endenergieverbrauchs entfällt hierzulande auf Raumwärme und Warmwasser. Seit Anfang 2024 gesetzlich verankert, ist es das Ziel der KWP, Struktur in den Umbau zu bringen und Wege zu einer klimaneutralen Wärmeversorgung bis 2045 aufzeigen.
Für die Studie des BBSR mit Sitz in Bonn wurden 342 Wärmepläne – überwiegend aus Baden-Württemberg – untersucht. Das Fazit: Die Bandbreite in Methodik, Datenqualität, Bearbeitungs- und Informationstiefe ist überraschend weit.
Kritisch bewertet die Info- und Serviceplattform „Freie Wärme“ die Schwerpunktsetzung vieler Planungen. Während Wärmenetze nahezu automatisch und ohne wirtschaftlichen Systemvergleich als Kernelement der Wärmewende behandelt würden, bliebe das Potenzial dezentraler Lösungen – etwa moderner Wärmepumpen, Bio-masseanlagen, Holzwärme, erneuerbarer Flüssigbrennstoffe und Gase, hybrider Systeme oder Solarthermie – methodisch unterbelichtet.
Nach Einschätzung des Zusammenschlusses „Freie Wärme“ steht die Umsetzung der KWP zudem vor den Herausforderungen: fehlende Fachkapazitäten, lange Genehmigungszeiten sowie hohe Investitionsbedarfe für Netze, Speicher und Gebäudemodernisierung.
Die Studie ist als Download (PDF) auf der BBSR-Seite verfügbar (DOI 10.58007/mjar-pf15).
