Pritzker-Preis. Nach Chile
Dass ein internationaler Architekturpreis wie der Pritzker-Preis – Nobelpreis der Architektur – derart in Verruf geraten kann, dass das diesen hochdotierten und ehemals (?) hochangesehenen Preis verleihende Haus ihn gerade wegschweigt, hätte wohl niemand gedacht. Am wenigsten wir alle, die wir immer der Preisbekanntgabe Anfang März eines Jahres seit 1979 entgegenfieberten, als wäre es mehr als ein Nobelpreis: ein Oskar gar!
Dass Preise dieser Art schon immer Marketing sind, wurde ebenso gerne vergessen, wie sie einem Starbetrieb anhängen, der eigentlich doch überwunden schien. Ob die Hyatt-Foundation als Preisgeberin dauerhaft geschädigt ist durch die Verwicklung Thomas Pritzkers in die Inhalte zahlreicher Epstein-Files, ist nicht vorherzusehen. Den Vorsitz im Aufsichtsrat des Hotelkonzerns Hyatt hat er inzwischen abgegeben. Und sollten wir alle weiterhin dem März-Termin entgegenfiebern, wird alles so bleiben, wie es ist. Oder?
Was machen? Den Preis einstellen? Einen anderen groß machen? Oder nicht mehr über ihn berichten? Oder nur noch, wenn Teamgeist geschmückt wird beispielsweise, oder Referenzen zu einem der Weltlage angemessenen Bauen? Wir werden sehen. Seit Wochen steht im Web zu lesen: „The 2026 Pritzker Architecture Prize Laureate will be announced soon. Check back here for more details.“ Dann doch noch kurz nach Redaktionsschluss: 2026 wird der Chilene Smiljan Radić Clarke (geb. 1966) ausgezeichnet, der uns daran erinnere, so die Jury, dass Architektur auch Kunst sei. Die Kunst, zu überleben? Be. K.
