Mehrfamilienhaus, Ingolstadt

Das dreigeschossige Mehrfamilienhaus „Haus fast ohne Heizung“ der Gemeinnützigen Wohnungsbaugesellschaft Ingolstadt GmbH (GWG) wurde geplant vom Architekturbüro nbundm*. Mit 15 öffentlich geförderten Wohnungen ist es Teil einer Serie von 19 Pilotprojekten des Bayerischen Staatsministeriums für Wohnen, Bau und Verkehr zur Erprobung des Gebäudetyp E. Das Projekt wird durch Professorin Elisabeth Endres von der TU Braunschweig wissenschaftlich begleitet und evaluiert, um zu zeigen, wie Vereinfachungen bei Standards und Bauvorschriften die Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit beim Bauen steigern können, ohne dabei auf Sicherheit und Qualität zu verzichten. Das Projekt erhält Mittel aus der Wohnraumförderung des Freistaats Bayern in Höhe von rund 5,8 Mio. €. Davon entfallen 255 700 € als Zuschuss für die besonders nachhaltige Bauweise.

Dafür kommen auch Silvacor-Mauerziegel Typ WS08 von Leipfinger-Bader zum Einsatz. Diese werden aus unbehandelten, sortenreinen Nadelholzfasern hergestellt und erreichen in Ingolstadt bei einer Wandstärke von 49 cm einen ­U-Wert von 0,16 W/(m2K). Hinzu kommt ein bauakustisches Schalldämm-Maß von bis zu RW,Bau,ref=48 dB. Dank des Ziegel-Holz-Hybrid Baustoffs kann das „Haus fast ohne Heizung“ auf klassische zentrale Haustechnik verzichten. Die Temperierung erfolgt größtenteils passiv: Die massive Gebäudehülle und die Speichermasse der Innenwände und Decken speichern sowohl Sonnenwärme als auch die im Alltag entstehende Abwärme der Bewohner – und geben diese kontinuierlich wieder an die Räume ab. Die energetische Planung greift zentrale Grundgedanken des 2226-Prinzips auf: Ziel ist es, durch eine leistungsfähige Gebäudehülle, Speichermasse, natürliche Lüftung und intelligente Steuerung ganzjährig stabile Raumtemperaturen mit möglichst reduzierter technischer Gebäudeausrüstung zu erreichen. Die Fachplanung für Energie und Bauphysik übernahm die 2226 GmbH mit Sitz in Lustenau, Österreich.

Innen kommen Estrichziegel von Leipfinger-Bader zum Einsatz, eine Alternative zum Nass-Estrich bieten und aus hochwertigem, gebranntem Ton bestehen. Diese haben eine Aufbauhöhe von nur 18 mm, sind abriebfest, pflegeleicht, unempfindlich gegenüber Feuchtigkeit und kommen in Ingolstadt als Sichtbelag, können aber auch als Basis für verschiedene Bodenbeläge genutzt werden. Das Material ist baubiologisch unbedenklich, emissionsarm und vollständig re­cyclingfähig.

Ergänzt werden die Estrichziegel durch das dünnschichtige und elektrisch leitfähige Heizpapier von Leipfinger-Bader mit einer Aufbauhöhe von weniger als 1 mm, das direkt unter den Estrichziegel verlegt wird.

Projektdaten

Architektur: nbundm*,

www.nbundm.de

Fertigstellung: 2025

Hersteller: Leipfinger-Bader,

www.leipfinger-bader.de

Produkte: Silvacor-Mauerziegel Typ WS08, Estrichziegel, Heizpapier

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