Frau am Bau. Women in Architecture Festival 2025

Nach einem rein Berliner Festival 2021 nun also in ganz Deutschland: Vom 19.-29. Juni 2025 thematisieren erstmals bundesweit zahlreiche Veranstaltungen die Leistungen von Frauen in den Planungsberufen. Dazu haben 144 Akteurinnen und Akteure mehr als 260 Beiträge zum Women in Architecture Festival 2025 (WIA) eingereicht.

„Wir haben in allen Bundesländern Architektinnen für das Programm gewinnen können“, sagt Małgorzata Gedlek, die mit Lisa Gerth das Festivalbüro vertritt, anlässlich des Internationalen Frauentags. Federführend organisiert die Architektenkammer Berlin zusammen mit der Bundesarchitektenkammer das WIA. Es möchte bundesweit die Sichtbarkeit von Frauen in der Baukultur stärken und platziert sie als Impulsgeberinnen für Vielfalt im öffentlichen Diskurs, um sich zu vernetzen und Synergien zu nutzen.

Und das ist 2025 immer noch nötig. 16 % niedriger liege der Brutto-Stundenlohn von Frauen im Vergleich zu ihren männlichen Kollegen, so Dr. Arn Sauer von der Bundesstiftung Gleichstellung. 2022 lag der Frauenanteil in den Bau- und Ausbauberufen bei nur 7,3 %. Und: Die Architekturbranche verliere immer noch viele Frauen im Laufe ihrer Berufsbiografie. Immerhin bei 57 % liegt ihr Anteil im Architekturstudium. 39 % der selbstständig tätigen Kammermitglieder bis 40 Jahren seien weiblich, dann schrumpfe der Frauenanteil kontinuierlich, so Elke Duda vom WIA-Beirat. Sie hatte 2021 das Berliner Festival mitorganisiert. „Viele der individuell wahrgenommenen Herausforderungen haben in Wirklichkeit strukturelle Ursachen“, kritisiert ihre Beiratskollegin Karin Hartmann.

Neben den regionalen Architektenkammern sind beim WIA-Programm Verbände, Stiftungen, Architekturbüros, Hochschulen und Initiativen für Gleichstellung und Diversität vertreten. Ob Ausstellung, Podcast, Vortrag oder Film – seit September 2024 wurden verschiedenste Beiträge gemeldet. So wird in München die Führungskompetenz von Frauen auf der Baustelle thematisiert. In Berlin werden Stadtspaziergänge angeboten, um Werke von Frauen sichtbar zu machen. In Erfurt wird ein Projekt zu Porträts von Landschaftsarchitektinnen präsentiert. Spiel- und Dokumentarfilme zur Bedeutung von Frauen in Architektur und im Bauwesen sind in Saarbrücken und Minden zu sehen. In Darmstadt ist eine Ausstellung zur feministischen Perspektive auf das Wirken von Ernst Neufert geplant.

Das WIA-Festival 2025 endet am letzten Juni-Wochenende mit dem Tag der Architektur unter dem Motto „Vielfalt bauen“. Um die Ergebnisse aus den Regionen zusammenzuführen, lädt das WIA-Festival am 8. Juli 2025 in die Urania nach Berlin zu einer zentralen Abschlussveranstaltung mit Workshops und Sommerfest ein. Das ausführliche Programm ist online zu finden. H. T.

www.wia-festival.de

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