Einblicke in Bauakademie
Zum ersten Mal seit der Auflösung der Bauakademie der DDR im Jahr 1991 dokumentiert ein gemeinsames Forschungsprojekt des Leibniz-In-stituts für Raumbezogene Sozialforschung (IRS) und der Bundesstiftung Bauakademie die Erinnerungen zentraler Akteurinnen. In 20 Videointerviews geben ehemalige Mitarbeiter und Zeitzeuginnen Einblicke in Aufbau, Arbeitsweise und Wandel einer Institution, die das Bauwesen der DDR geprägt hat und aus Sicht mancher Ehemaliger „ihrer Zeit, also ihren Auftraggebern, etwas voraus [war]“ (Katrin Lompscher).
Das Forschungsprojekt „Geschichte und Rezeption der Bauakademie der DDR“ untersucht die Rolle und Bedeutung der Bauakademie im Kontext der ostdeutschen Bau- und Stadtentwicklung. Nach Auffassung des Projektleiters und IRS-Historikers Harald Engler bieten die Beiträge „auch Lösungsansätze für heutige und künftige Herausforderungen im Bauwesen, etwa für den seriellen Wohnungsbau.“
Die Bauakademie der DDR, 1951 gegründet, vereinte mit rund 4 300 Mitarbeitern Forschung, Planung und Steuerung in Architektur, Städtebau und Bauwirtschaft und war die zentrale Institution in Bauwesen und Architektur der DDR. Nach ihrer Auflösung 1991 blieb sie bislang ohne umfassende Aufarbeitung.
Im Gegensatz zur Akademie der Künste hatte die DDR-Institution keine Hauptadresse. Ob der neue Blick auf die DDR-Geschichte das Projekt Bauakademie á la Schinkel beflügelt, gar beeinflusst, werden wir sehen. Die Interviews jedenfalls sind für sich genommen sämtlich hörenswert. Be. K.
