ÜberSchrift

Den einen gilt die Schrift am Bau als Ornament, manchen gar als Verbrechen. Gestaltungssatzungen verstehen Schriften auf Fassaden meist als „störende Reklame“, die die ohnehin schon vorhandene
„visuelle Verschmutzung des öffentlichen Raums“ zusätzlich auflädt.

Dass das nicht so sein muss, ja dass Architektur durch Schrift überhaupt erst möglich wird, das zeigt die vorliegende Publikation, die in ihrer Weite der Sicht auf das Thema durchaus Handbuchqualitäten hat. Wobei die Verknappung einzelner, aber wichtiger Aspekte diesen Anspruch durchaus einschränkt.

Also ein Überblick über das, was war (Geschichte, Technik, Kultur), über das was ist (realisierte Projekte) und über das, worauf man als Planer achten sollte, bevor der Stift (analog oder digital) die ersten Schwünge auf und in der Fassade probiert. Dabei ist den Autoren das selbstverständlich bewusst: Grafiker und Architekten müssen von Anfang an und vor allem auch als Gleichberechtigte zusammen planen. Dass das nicht immer gelingt und auch, was dabei herauskommen kann, wenn Architekten die Schrift selbst einmal auf ihren Projekten platzieren, das alles zeigt die gut gegliederte, abbildungsreiche Publikation. Mit Literaturverzeichnis. Be. K.

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