Wohnhaus Prenzlauer Berg, Berlin
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Versteckt im Innenhof einer gründerzeitlichen Blockrandstruktur in Berlin Prenzlauer Berg entstand ein ungewöhnliches Wohnhaus: Mit einem steil aufragenden, gut 10 m hohen Dach, mehr Pyramide als Kubus, ist der eigenwillig geformte Baukörper vollständig von einer farblich changierenden Ziegelhaut überzogen.

Bei der Entwicklung des Nachverdichtungskonzepts hatten Barkow Leibinger, Berlin, zwischen zwei Positionen zu vermitteln: Die Denkmalschutzbehörde wünschte sich einen Neubau, dessen Kubatur eine historische ­Situation wieder herstellen sollte. Dies wurde allerdings aufgrund der heutigen Abstandsflächenregelungen von der Bauaufsicht verwehrt. Die ­Lösung war ein extrem tief ansetzendes Dach mit einer Traufhöhe von nur ca. 7,50 m. Mit einer Neigung von knapp unter 70° zieht es sich über drei Geschosse bis zur Gebäudeoberkante von ca. 18 m, wo eine Aufdachterrasse gewissermaßen die Pyramidenspitze kappt. Mit seinem Rücken schließt das im Grundriss annähernd quadratische Haus wie sein Vorgängerbau bündig an die Brandwand des ­benachbarten Quergebäudes an.

Die Ziegelhaut nimmt Bezug auf die Nachbarschaft. Die Ziegel in sechs Farbtönen und mit jeweils eigenen Herstellungs- und Lagerungsspuren wurden im wilden Verband ­gesetzt und anschließend geschlämmt. Das Haus nimmt zwei Wohneinheiten auf, die ­jeweils als Maisonetten organisiert sind, zu­unterst mit zwei Ebenen, darüber mit vier.

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