Wohngebäude, Nürnberg

Die Werderstraße liegt im Nürnberger Stadtteil Rennweg, der durch eine gründerzeitliche Blockrandbebauung geprägt ist. Auch die Ursprungsgebäude mit den Hausnummern 23 und 25 stammten aus der Zeit um die Jahrhundertwende, wiesen jedoch eine so schlechte Substanz auf, dass sie nicht länger zu halten waren. Sensibilisiert durch die Kritik am Abriss und mit der Zielsetzung, dass der Neubau den Geist des Ortes aufgreifen sollte, beauftragte die Schultheiss Wohnbau AG die Architekten von Hild und K. Mit seinem Entwurf plädierte das Team rund um Andreas Hild, Dionys Ottl und Matthias Haber erfolgreich für drei hintereinander aufgereihte Volumina, die durch Grünflächen miteinander verbunden sind. Ihre Höhen staffeln sich vom Blockinneren zur Straße mit zwei, drei und sechs Geschossen mit Wohnungen von ein bis zu vier Zimmern. Mit ihren Putzfassaden nehmen die Gebäude den rötlichen Farbton der umgebenden historischen Bebauung auf. Während die beiden Hofbauten zurückhaltender auftreten, zieht die straßenseitige Fassade die Blicke auf sich. Vier auskragende vertikal angeordnete Loggien-Reihen, die über dem etwas dunkler abgesetzten Erdgeschoss bis über die Traufkante des Satteldachs hinweg ragen, nehmen mit ihren charakteristisch flachen Erkern ­Bezug zum Stil der Nürnberger Altstadt. Darüber hinaus entschieden sich die Architekten für die Wiederverwendung der Gesimsteile und Fensterbekrönungen aus dem ursprünglichen Gebäude, die sie in Form von Spolien in die neue Gestaltung integrierten. Gemäß einem Verständnis von der Stadt als Vorrat an Baustoffen, aber auch an Zeichen, wird der ‚Urban Mining‘-Ansatz in diesem Fall genutzt, um eine optische Verknüpfung zum Vorgängerbau zu schaffen.

Projektdaten

Architektur: Hild und K, München, www.hildundk.de

Fertigstellung: 2019

Hersteller: KS Original GmbH, www.ks-original.de

Produkt: KS-QUADRO Bausystem

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