Willehadi-Kirche, Garbsen

Im Jahr 2013 brannte die in den 1960er-Jahren errichtete Willehadi-Kirche im niedersächsischen Garbsen vollständig aus. Das Feuer beschädigte den Kirchenbau so stark, dass sich die Gemeinde für einen Neubau entschied. Die neuen Kirchenräume sollten vielseitig nutzbar sein und sich für einen Gottesdienst ebenso eignen wie für Konzerte und andere Veranstaltungen. Am Ort der alten Kirche entstand nach Plänen des Architekten Gerd Lauterbach aus Hannover ein Gebäude, das einerseits für Transparenz und Offenheit steht, andererseits Schutz und Geborgenheit vermittelt. Wesentlichen Anteil an der besonderen Atmosphäre hat die Raumakustik im großen Kirchenraum.

Der Akustikplaner Vladimir Szynajowski aus Frankfurt führte im Vorwege umfassende raumakusti-sche Berechnungen durch. Das Raumvolumen im rund 6 m hohen Kirchenraum sollte idealerweise mindestens 2 000 m3 bzw. circa 10 m3 pro Person aufweisen. Szynajowski definierte zudem konkrete Werte für den Ruhegeräuschpegel, das Klarheitsmaß und eine Zielgröße für den Sprachübertragungsindex. Auf Grundlage der Berechnungen führten die Trockenbauer in Zusammenarbeit mit dem Akustiker mehrere Modellversuche im hauseigenen Hallraum durch, um die einzelnen Deckenelemente genau dimensionieren zu können.

Die Decke der Willehadi-Kirche wurde, mit Ausnahme des Altarbereichs und der Orgelempore, als diffus schallreflektierende Fläche ausgeführt. Hierfür wurde die rund 280 m2 große Deckenfläche in jeweils 600 mm breite Bahnen aus Rigidur H-Gipsfaserplatten von Saint-Gobain Rigips gegliedertSaint-Gobain Rigipswww.rigips.de

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